DMW auf der re:publica 2013 – so war Tag 1

Geschrieben von | · · · · · · · · | Anderswo · Digital · FEATURED | 3 Kommentare zu DMW auf der re:publica 2013 – so war Tag 1

Foto: Kathrin Kaufmann

Foto: Kathrin Kaufmann

Im großen Saal der STATION wurden wir in diesem Jahr in schummrigem Licht und von einem weißen Würfel begrüßt, der aussah, als könnte demnächst ein Alien daraus schlüpfen. Auf der Bühne erschienen aber sehr freundliche Wesen: die Moderatoren und dann die vier Gründer der re:publica, Johnny und Tanja Häusler, Andreas Gebhard und Markus Beckedahl. Neben den üblichen Danksagungen war ihre Message an uns für diese re:publica vor allem eine: Wir sollen uns, gemäß dem Motto INSIDE/OUT, in die Mitte der Gesellschaft begeben und Überzeugungsarbeit in Sachen Internet leisten, vor allem hinsichtlich von Themen wie der Netzneutralität. Mit diesem Auftrag ging es dann in einen Tag voller Vorträge, Workshops und schöner Begegnungen. Durch das breite Angebot und die vielen Menschen erlebt jeder eine andere re:publica – das was folgt war der erste Tag aus meiner Sicht:

Politisch durchstarten

Als erstes verschlug es mich zu Betsy Hoover, die im Wahlkampfteam von Barack Obama für den Aufbau der Community zuständig war.

Sie stellte die „Ladder of Engagement“ vor: Ihr Team versuchte, die Menschen über bestimmte Phasen Schritt für Schritt vom Online-Engagement zum Offline-Engagement zu führen: „Sign up – share – donate – advocate – attend an event – become a leader“.  Außerdem setzten sie auf folgende vier Prinzipien:

  • Empowerment: Leute mit Tools befähigen, also ihnen beispielsweise das Teilen zu erleichtern
  • Participation: Den Leuten zeigen, warum es wichtig ist, dass sie mitmachen und dass sie etwas bewirken können.
  • Force multiplier
  • Relationship based organizing: Im Mittelpunkt steht immer der Beziehungsaufbau, nicht nur zu sondern auch unter den einzelnen Communitymitgliedern.

„People came for Obama, but stayed for the community.“ Betsy Hoover

Zeichenstunde

Während Gunther Dueck seinen – den Tweets nach – erneut tollen Vortrag hielt, entschied ich mich dafür, selber Hand anzulegen. Im Workshop von @annalena und @ralfa lernten wir ein paar Grundlagen, um schnell Sketchnotes zeichnen zu können, also Vorträge, Videos, Ideen, Workshopergebnisse etc. grafisch anstatt schriftlich aufzuzeichnen. Das war ein Riesenspaß und ich habe viel davon mitgenommen. Aber seht selbst!

Als erste Lockerungsübungen zeichneten wir unser Gegenüber innerhalb von 10 Sekunden, ohne auf das Blatt zu schauen.

IMG_4729
IMG_4734 IMG_4735

Danach gab es wertvolle Anleitungen, wie man schnell zeichnen kann – zum Beispiel in Form von Sternen- oder Kastenmännchen, oder Gegenstände, die aus einfachen Formen wie Vierecken, Kreisen und Dreiecken zusammengesetzt werden. Darüber hinaus gab Ralf Tipps zur Strukturierung und dem Einsatz von Farbe – und wir Teilnehmer setzten sie gleich um.
IMG_4747

Zum Schluss kam die „Klassenarbeit“. Wir mussten eine kurze Videosequenz mitsketchen. Unter den Hashtags #rp13 #sketchnotes findet ihr ein paar der Ergebnisse.

 

Powerdoppel

Zwei der inspirierendsten aber auch emotional schwer verdaulichen Vorträge fanden gleich hintereinander statt: @deanna sprach darüber, wie starke Emotionen gebündelt zur Veränderung in der Gesellschaft beitragen, zum Beispiel bei Aktionen wie #aufschrei hierzulande oder ihres Planned Parenthood Tumblrs, als die Krebsstiftung Susan G. Komen der Einrichtung die finanzielle Unterstützung für Krebs-Screenings entzog.


Schon @deanna kam darauf zu sprechen, welchen krassen Belästigungen Frauen ausgesetzt sind, sobald sie sich online zu bestimmten Themen äußern und von ihren Erfahrungen berichten. Bei der grandiosen @pennyred ging es im Anschluss und mit bezauberndem britischen Akzent um Cybersexismus. Sie berichtete von den Anfeindungen, denen sie selbst und viele andere Frauen im Netz ausgesetzt sind, die von Beschimpfungen bis zu ernstzunehmenden Drohungen reichen – und das nur, weil Frauen es wagen, auch im Internet präsent zu sein. Sie appellierte an die „Geeks“, Frauen zu akzeptieren und nicht als Bedrohung wahrzunehmen.

„If your tech conference is with 90% dudes, your tech conference is rubbish“ Laurie Penny

 

 

Youtube-Stars

Foto: Kathrin Kaufmann

Foto: Kathrin Kaufmann

Johnny Häusler hat, inspiriert von seinen Söhnen, ein paar Youtube-Stars eingeladen und eine sehr interessante Session moderiert. Anwesend waren LeFloid, Simon von Ungespielt und Amy Herzstark. Ihre ungefähren Abonnentenzahlen: 600.000, 90.000, 30.000. Ich war wirklich beeindruckt – nicht nur von den Zahlen, sondern auch wie professionell, sympathisch und eloquent sich die drei auf der Bühne gaben. Was bei mir hängenblieb: Wen interessiert Fernsehen?

„Ich habe das krasse Zeug rausgelassen weil da sind hauptsächlich Erwachsene bei der Konferenz“ Simon über seinen Zusammenschnitt für die #rp13

Und sonst so?

Leider verpasst: Sarah Pusts hochgelobtes Panel „Kinderkram“

 

Bestes Gadget: die Video-Drohne, die herumfliegt
Besser als letztes Jahr: das Essensangebot für Vegetarier
Schlecht gelaunt: Sascha Lobo. Dafür hat er aber etwas (#) gemacht. Und noch etwas! Reclaim Social Media!
Nicht mehr zu sehen: Piratenflaggen und -shirts< Neu dabei: die Drosselkom
Tolles Mitbringsel: eines der Retro-Poster vom Merch-Stand
IMG_4745


3 Kommentare

Ple:ase smoke outside #rp13 » kulturnett.de sagt:

7. Mai 2013 um 13:48

[…] Leben auf der re:publica gleicht einem Festival. Hamburg und NRW ganz stark vertreten, Berliner reisen mit dem Rad an.. […]

Antworten

Die Ironblogger auf der re:publica | Kommander Kaufmann sagt:

9. Mai 2013 um 22:29

[…] lange Rückblick muss nun etwas warten, aber ich habe bei den Digital Media Women schon mal eine Zusammenfassung von Tag 1 verfasst, und bei Les Flâneurs gibt es ebenfalls ein kleines […]

Antworten

Workshop auf der re:publica 2013 | sketchnotes.de sagt:

10. Mai 2013 um 22:47

[…] DMW auf der re:publica 2013 – so war Tag 1 […]

Antworten

Hinterlasse einen Kommentar