Das Phänomen Fußball aus Social-Media-Sicht

Geschrieben von | · · | Anderswo · Digital | 4 Kommentare zu Das Phänomen Fußball aus Social-Media-Sicht

Standardreaktion: Vom nächsten Social Media Club Hamburg gelesen, gleich bei Xing angemeldet, „Ich nehme teil“ geklickt. Okay, jetzt noch mal langsam. Was stand dort im Veranstaltungstitel? „Social Media und Sport“? Fußball? Soll ich mich jetzt wieder abmelden? Nein, denn Social Media ist gerade in dem Bereich ein besonderes Phänomen: Die Fans, die Stimmung!

Den Anfang beim gestrigen Event machte Dr. Thomas Horky, Professor für Sportjournalismus an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK), wo der Social Media Club auch stattfand. Er hatte einen Case zur WM 2010 im Gepäck, in dem es um die Stärkung des Zusammenhalts der Fans ging und wie es Spielern untersagt wurde, über Social-Media-Kanäle privat an die Öffentlichkeit zu treten. Er sprach von der Verlagerung von Stammtischthemen und Erregungsgesellschaften in das Social Web und wie sich dadurch die Reaktion und Aktion bei einem Ereignis zwischen Fans, Verein und Journalismus verändert.

Prof. Dr. Thomas Horky beim Social Media Club (Foto: Inken Meyer)

Prof. Dr. Thomas Horky beim Social Media Club (Foto: Inken Meyer)

Spannend waren auch die Zahlen der Twitternachrichten zu Toren während der WM: Stolze 3000 Tweets wurde dann pro Sekunde abgesetzt – normal sind laut Horky 750.

Zweiter Referent war der Journalist und freie Autor René Martens. Seine Frage: Wem gehört eigentlich Sport? Lässt er sich mit Hilfe von Social Media „zurückholen“? Hier ging es um die Veränderung des Journalismus durch Social Media und durch die Hürden, die den Journalisten in den Weg gestellt werden, wie zum Beispiel, dass keine Fotos in den Stadien erlaubt sind und teilweise deshalb sogar ein Mobiltelefonverbot herrscht. Martens stellte die Chancen und Schwierigkeiten, die durch diese Umstände und die Nutzung von Social Media entstehen, anhand von Beispielen dar. Ein inhaltlich interessanter Vortrag – aber ein paar unterstützende Slides zu seinen Ausführungen wären vielleicht doch keine schlechte Idee gewesen.

Anschließend berichtete Stefan Wagner (Leitung Marketing HSV Fussball) über den Einzug des HSV ins Social Web 2009 und die Grundsätze, die sich der Verein seitdem gesetzt hat, um möglichst nah am Fan zu sein. Besonders sympatisch war, dass Wagner neben den Erfolgen auch über Misserfolge sprach. Und dies nicht nur auf Fußballergebnisse bezogen, sondern auch die viralen Kampagnen des HSV. So ist etwa eine Steigerung von „Gefällt mir“-Klicks losgelöst von Saison und Erfolg zu beobachten.

Bei der abschließenden Diskussion ging es um Ehrlichkeit im Journalismus und darum, ob Manager in Zukunft Social-Media-affin sein müssen. Stefan Wagner erzählte, dass es HSV-Spielern freigestellt sei, ob sie twittern, dass der Verein kein Monitoring mache und fast alle Maßnahmen intern löse anstatt über eine Agentur.

Es war ein sehr spannendes Thema mit guten Referenten. Auch wenn ich mich selbst nicht wirklich für Fußball interessiere, war es spannend, zu erfahren, wie Social Media in diesem speziellem Bereich funktioniert. Ich danke dem Social Media Club Hamburg für die Organisation – besonders Moderator Jan C. Rode und Markus Küll, dem Leiter des Campus Hamburg der MHMK – und nach dem ganzen Fußball: ein schönes Freibier!

UPDATE (2.4.): Einen weitereren Bericht zur Veranstaltung findet ihr von dem Medienlotsen.

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Inken Meyer gestaltet ihre Welt, wie es ihr gefällt: als Grafikerin und enthusiastische Existenzgründerin.

Inken Meyer gestaltet ihre Welt, wie es ihr gefällt: Als freiberufliche Grafikerin und enthusiastische Existenzgründerin ist sie selbst zur Start-Up-Expertin geworden und coacht in den Bereichen Marketing und Social Media. Sie liebt die Verbindung von Kontrasten: Digital und Real Life, Innovativ und Beständig, Alt und Neu. Prozessorientiert will sie die Dinge ins Rollen bringen. Let it flow!

4 Kommentare

René Martens sagt:

1. April 2011 um 19:00

Das Beispiel mit dem Mobiltelefonverbot für Journalisten gilt fürs Training bei einigen US-Profisportteams, etwa Denver Broncos (Baseball). Bei den Spielen in den Stadien dürfen die Kollegen natürlich ihre Mobiltelefone benutzen – so weit ich weiß.

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Jan sagt:

1. April 2011 um 23:31

Vielen Dank für den Bericht!
Nur für die Vollständigkeit, hier gibt es noch einen Rückblick: //wp.me/pNBpa-kV

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Inken Meyer sagt:

2. April 2011 um 09:39

Genau, danke Jan. Ich habe es gestern nicht mehr geschafft den Bericht zu verlinken.

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Wie das Internet die Sportberichterstattung verändert hat … | Blog für den kritischen Fußballfreund | direkter-freistoss.de von coojooxi.com sagt:

10. Oktober 2011 um 09:23

[…] nie erschienen ist. Die erste Fassung meines Textes entstand für diese Tagung in Köln. Und bei dieser Veranstaltung des Social Media Club Hamburg vor etwas mehr als einem halben Jahr konnte man bereits einen […]

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