Gelesen: "Spiele mit der Macht"

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Angenommen, du würdest eine Reise in ein fernes Land planen. Ein Reiseführer mit den wichtigsten Empfehlungen, einem kleinen Wortschatz und einer kurzen Erläuterung der wichtigsten kulturellen Unterschiede würde sicher in dem Reisegepäck nicht fehlen, oder? Marion Knaths Buch „Spiele mit der Macht“ ist äquivalent dazu: ein Reiseführer in die Welt der männerdominierten Berufshierarchien, vor allem in Konzernen.

Darum geht’s: Die „gläserne Decke“ ist das Phänomen, das oft genannt wird, wenn Frauen sich fragen, warum sie es nicht in die obersten Führungsebenen schaffen. Sie können „die ganz oben“ zwar sehen, aber beim Versuch in ihre Welt aufzusteigen, stößt Frau sich den Schädel an unsichtbaren Hindernissen. Marion Knaths erklärt Hürden, Unterschiede zwischen weiblicher und männlicher Kommunikation und die wichtigsten Spielregeln der Jungs.

Die Autorin rät: Frauen kommunizieren netzwerk- und inhalteorientiert – Männer immer an „die Eins“ und abgrenzend, also hierarchisch orientiert. Machtsymbole nutzen. Und: nicht lächeln!
Ganz konkret rät sie: Spielt das Spiel mit! Manch eine Leserin wird das Buch vielleicht frustriert zur Seite legen und sich denken: Wenn das die Spielregeln sind, dann spielt ohne mich weiter. Kann man machen. Aber: Nur weil man die Regeln kennt, muss man das Spiel ja nicht mögen. Wer die Regeln und das Buch sportlich nimmt, holt sich in Zukunft vielleicht weniger blaue Flecken.

DMW-Themen: Karriere in männderdominierten Umfeldern, Wettkampf versus Puppenspiel, Erfolg im Beruf.

Pageturner oder Sleeptimer: Knaths schildert das Thema so witzig und unterhaltsam, dass man merkt: Es kann auch Spaß machen, das Spiel der Macht mitzuspielen – auch wenn das zeitweise ein Pfauenkostüm, Großmaulqualitäten und Wackel-Dackel-Nicker erfordert. So erscheint die ein oder andere Situation in einem ganz neuen Licht.

Ein charakteristischer Satz: „Erkenntnis ist immer der erste Schritt. Wenn Sie ab jetzt mit einem offenen Blick das Rangordnungsspiel um sich herum wahrnehmen, werden Sie zumindest nicht mehr Opfer aus Unwissenheit sein. (…) Have fun storming the castle!“

Übrigens: Am 25. Oktober wird uns Marion Knaths beim #dmwHH-Speak-Up einige Tricks für Vorträge und Sessions verraten. Ziel: das Barcamp Hamburg 2011. Anmeldung hier!
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Marion Knaths „Spiele mit der Macht. Wie Frauen sich durchsetzen“, Hoffmann und Campe, 8,95 Euro.


Ein Kommentar

Digital Media Women » Networking – Das „Give and Take“-Prinzip sagt:

14. August 2012 um 08:27

[…] die Kollegin wird vor vollendete Tatsachen gestellt. Klingelt’s? Dieses Phänomen beschreibt auch Marion Knaths in „Spiele der Macht“. Oder wie Angela zusammenfasste: „Männer pflegen ihre Karriere, Frauen ihre […]

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