TEDxHamburg: zwischen Müll und Slums

Geschrieben von | · · · · · · | Anderswo · Digital · FEATURED | 2 Kommentare zu TEDxHamburg: zwischen Müll und Slums

Am Dienstag, den 04.06.2013 fand die TEDxHamburg unter dem Motto „City 2.0.“ in der Laeiszhalle statt.

TEDxHamburg, Foto @meyola & @thieso2

TEDxHamburg, Foto @meyola & @thieso2

TED steht für Technology, Entertainment und Design. So reihten sich die Vorträge zwischen Technologie und Design ein – mit einigen Entertainment Acts zwischendurch, die die Stimmung erhellten oder zum Teil auch verwirrt zurück ließen.
Die DMW waren als offizielle Medienpartner vor Ort und haben im Vorfeld Tickets verlost.

Für mich war es meine erste TEDxHamburg. In den letzten Jahren war immer so ein kleiner Hype um die Tickets und ich war demnach besonders gespannt auf die Konferenz.
Dieses Jahr bekam man eher das Gefühl, dass sie besonders vielen Leuten ein Ticket schenkten. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses spezielle Thema nicht so einfach zu vermarkten war oder vielleicht setzten sie auch einfach mehr auf Blogger als in den Vorjahren. Wer weiß.

Die Vorträge

So, frisch und munter ging’s am Dienstag also morgens um 10 Uhr los. Wir waren pünktlich versammelt und teilten unsere Aufgaben. Vor Ort waren Sanja Stankovic, Kixka Nebraska, Sarah Pust und Nicole Willnow und ich sowie unsere Gewinner Silke Schippmann, Kai Rosseburg, Anja Sauer, Sabine Ewald und Irene Waltz-Oppertshäuser.

Die Sonne schien – ach hätt es nicht eine TEDx Open Air sein können? 😉
Jeder Speaker hatte 18 Minuten Zeit. Robert Neuwirth startete mit D.I.Y. City – sein Vortrag konzentrierte sich auf den rasanten Anstieg der Weltbevölkerung und Länder, in denen die Menschen ihre Häuser selbst bauen, mit interessanten Konstruktionen Strom abzapfen und Wasser umleiten, um sich vor Krankheiten zu schützen. Eine weitere von Neuwirths Thesen: Produktpiraterie sei wie Marktforschung: Kommt das Produkt gut an, wird es auch kopiert.

Raul Krauthausen, den ich schon auf der re:publica 13 kennenlernen durfte, stellte seine Projekte vor. Hierbei ging es um Wheelmap.org, eine Plattform, auf der bereits 340.000 Plätze markiert sind an denen man rollstuhlgerechte Orte findet. Dafür finden auch regelmäßig Mapping-Aktionen statt, bei denen man gemeinsam die Karte füllt. Ein weiteres Projekt ist tausendundeinerampe.de. Hier geht es darum Spenden für Rampen zu sammeln, um die Stadt rollstuhlgerechter zu machen.
Und um früh anzusetzen gibt es ein Projekt, um Architekten in Barrierefreiheit zu schulen.

Aufgrund eines Slotausfalls sahen wir das Video von Kent Larson auf der TEDxBoston, der sagte es gäbe keine Smart Homes, nur „Dumb Homes, to put smart stuff in.“ (dumme Heime, in welche kluge Dinge getan werden.)

Next: Thomas Hohenaker mit „Clever City Parking“ – kennt ihr „Parking Karma“? Diese Geschichte mit den Parkplatzbestellungen beim Universum? Es soll nun eine App geben, mit der auch Menschen ohne „Parking Karma“ einen Parkplatz finden und damit einen Großteil der gewonnenen Lebenszeit (ca. 2 Jahre) in andere Dinge stecken. Bei der Wirtschaftswoche wird die App genauer beschrieben.

<Entertainment>

</Entertainment><Pause>Luft und Sonne</Pause>

Reiner de Graaf, Foto: @meyola und @thieso2

Reiner de Graaf, Foto: @meyola und @thieso2

Weiter ging es mit Reinier de Graaf und seinen Ergebnissen zu Vorhersagen. Spannend waren seine tollen Beispiele, wie oft schon der Weltuntergang vorausgesagt wurde. Anhand einer Matrix-Analyse (siehe Foto rechts) wurde recherchiert, wer die besten Prophezeiungen macht – Ergebnis: „Never trust a Politician.“ – Glaube niemals einem Politiker.

David Satterthwaite von der iied.org berichtete, wie Organisationen wie seine es möglich machen über Crowdfunding direkt dort Gelder bereit zu stellen, wo sie  in Afrika, Asien oder Latein-Amerika gebraucht werden.

Als Nächstes sah ich die erste Frau auf der Bühne: die Musikerin Cäthe. Man merkte, wie fröhlich das Publikum wurde. Danke für die gute Stimmung, das tat gut. Sympathisch war zu sehen, wie sie sich freute, auf der Bühne zu stehen.

Soderle Sam Hill, „Cities are like Diaries“ (Städte sind wie Tagebücher). Ja, das klingt gut! Ich hab nicht so ganz verstanden, was er uns sagen wollte – spielt Zombie-Survivalsessions in verlassenen Kaufhäusern?
Den Ansatz über Experience die Stadt erlebbarer zu machen finde ich gut. So richtig konnte ich jedoch nicht raushören, was nun der Vorschlag ist.

Tada – eine Speakerin

Fabienne Hoelzel mit „Upgrade your Slum“ – die Idee eigene kleine Kreisläufe kreieren in denen sich Städte, wie Städte in Latein-Amerika, selbst versorgen und eigenständige Gründer und Geschäftsleute werden. Besonders schönes Zitat von Fabienne Hoelzel: „Women run Africa“ (Frauen bringen Afrika zum Laufen).

<laaange Pause>Essen, Kaffee, Gespräche, Luft und Sonne</laaange Pause>

Highlights kommen am Schluss

Yeah, Let’s make Music – mit Boris Blank & Håkan Lidbo! Mit Yellofier kann man eigene Sounds aufzeichnen, z.B. aus Alltagsgeräuschen, und Tracks daraus basteln. Hier gibt’s die Yellofier App.

Katell Gélébart, TEDxHamburg, Foto: @meyola & @thieso2

Katell Gélébart, TEDxHamburg, Foto: @meyola & @thieso2

Die beiden waren großartig! Mich erinnerte es an meine Abschlussarbeit, bei der ich aus Badezimmergeräuschen einen Track für meinen Spot bastelte.

Mein persönliches Highlight: Katell Gélébart mit „Trash is the Gold of Tomorrow“ (Müll ist das Gold von Morgen)
Wow, die Dame hat großartige Ideen! Aus Müll macht sie neue kreative Produkte. Sie sieht macht aus Floppy Disks und Röntgenbildern Blöcke mit reused Papier (Papierabfällen). Sie sieht in alten Jalousien Lampenschirme und aus Segeln, Telefonkabeln oder Fallschirmen Kleidung.
Hier ein Artikel auf Spiegel Online über ihre Arbeit.

Ein weiteres schönes Zitat von Katell: „You don’t have to be a Designer to be creative!“ (du must kein Designer sein, um kreativ zu sein)

So und nun zum Abschluss von mir noch ein weiteres Highlight: Ron Finley: ein Guerilla-Gärtner in South Central LA. Er ist unglaublich motivierend (vielleicht baut er auch nicht nur Tomaten an …). Eine seiner schönsten Aussagen für mich: wenn Kinder ihr Essen selbst anbauen, essen sie es auch! Seht selbst:

Fazit TEDxHamburg

Laeiszhalle, Foto: @meyola & @thieso2

Laeiszhalle, Foto: @meyola & @thieso2

Die CITY 2.0 ist eine crowdsourced, reused Experience für Ambassadors. So become a Ambassador – sei jemand, mache einen Unterschied. Denn du kannst die Welt retten mit uns allen zusammen.

Die TEDxHamburg hatte eine tolle Location, gute Organisation, gut gesetzte Highlights, eine tolle Live-Website, einen coolen Trailer, eine App, die mir vor Ort sehr geholfen hat, und schicke Poster! Mir waren allerdings eindeutig zu wenig Frauen auf der Bühne.

Hier gibt’s die Fotos von @thieso2 und mir auf Facebook.

Inken Arntzen ist Coach, Beraterin, Gründerin und steht dafür ein, dass Familien eine selbstbestimmte Geburt erleben dürfen. Sie ist HypnoBirthing Kursleiterin in Ausbildung, Gründerin des Superheldentraining, Mitgründerin des Netzwerks Digital Media Women, und Organisatorin der Social Media Week Hamburg.


2 Kommentare

TEDxHamburg: Schnell noch mal Danke! sagen >> 50hz - Werkstatt für Netzkommunikation sagt:

12. Juni 2013 um 13:12

[…] Digital Media Women (Inken, Sanja, Kixka, Nicole) TEDxHamburg: zwischen Müll und Slums […]

Antworten

Digital Media Women » Tickets zu gewinnen: TEDxHamburg “Urban Connectors” sagt:

20. März 2014 um 08:20

[…] letztes Jahr waren die DMW als Medienpartner dabei und haben für euch den Tag festgehalten: TEDxHamburg: zwischen Müll und Slums. Dieses Jahr freuen wir uns besonders über den gestiegenen Frauenanteil auf dem Podium; aktueller […]

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