Ein #dmwHH-Nachmittag mit Gesche Joost – wir brauchen mehr Vorbilder wie dieses!

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Vergangenen Donnerstag haben die DMW Hamburg in Kooperation mit Xing einen #dmwhh-Nachmittag mit Gesche Joost veranstaltet. Sie ist Professorin für Designforschung und Mitglied im Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Zusammen mit Gesche Joost waren Sanja Stankovic und Johannes Kahrs an der Diskussion beteiligt.

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Gesche Joost, Marc-Sven Kopka, Sanja Stankovic, Johannes Kahrs (von links; Foto: Nicole Willnow)

Vier Meinungen zum Event findet ihr hier:

Angela Rittig

Angela Rittig

Unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit wurde Gesche Joost im Mai als Mitglied von Peer Steinbrücks Kompetenzteams vorgestellt. Nun konnten wir uns selbst ein Bild über ihre Vorstellungen einer vernetzten Gesellschaft machen. In Ihrem Impulsvortrag legte sie dar, wo sie Handlungsbedarf sieht:

1. Die Netz-Infrastruktur in Deutschland muss dringend verbessert werden (freies W-LAN, Breitband-Ausbau). Laut Joost stehen manche Landstriche in Deutschland bei der Verfügbarkeit von schnellem Netz schlechter da als Rumänien.
2. Der Digital Divide darf nicht weiter bestehen bleiben.
3. Behörden und Ämter sollten Open Access anbieten. Das würde enorme Bürgerfreundlichkeit bedeuten und Behörden zugleich von ihrem uncoolen Image befreien.
4. Internetanbieter sollten dem Marktortprinzip verpflichtet sein, nach dem nicht der Server-Standort den Rechtsraum definiert, sondern der Ort, an dem der jeweilige Service angeboten wird. So will Joost gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle in Deutschland aktiven Anbieter sicherstellen sowie einen verlässlichen Datenschutz.
5. Fernziel ist für Gesche Joost ein Völkerrecht für das digitale Leben, in dem internationale Grundrechte für alle Internetnutzer weltweit definiert und verbindlich festgelegt würden.

So viel ist klar: Die Frau fürs Netz in Steinbrücks Team hat eine klare Vision für unsere digitale Zukunft. Man kann ihr nur wünschen, dass sie damit in den Parteien und Parlamenten das verdiente Gehör findet.

 

Nicole Willnow

Nicole Willnow, Foto: Rieka Anscheit, riekaspixelsalon.de

Foto: Rieka Anscheit, riekaspixelsalon.de

Bis zur Bundestagswahl gibt es bei Xing im Moment eine Reihe von Events zu Internet-Themen mit berufenen Politikern. Ich würde mir wünschen, alle Bundespolitiker hätten dabei soviel Ahnung wie Gesche Joost, die mich wirklich beeindruckt hat. Dass sie dabei in ihrer Keynote gleich zweimal die Digital Media Women erwähnt, hat mich zugegebenerweise zusätzlich für sie eingenommen.

Spaß beiseite. Wer sich für mehr freies WLAN, mehr Breitband und Open Data bei den Kommunen einsetzt, rennt in unserer Community natürlich offene Türen ein. Und wer kollaboratives Arbeiten, Netzwerken, e-Partizipation und betterplace.org kennt und richtig einordnet, für den ist unsere digitale Welt ganz sicher kein #Neuland. Wir brauchen mehr Role Models wie Gesche Joost, dann könnte sich die Benachteiligung von Frauen in der digitalen Branche viel schneller auflösen.

 

Sanja Stankovic

Sanja Stankovic (Foto: Rieka Anscheit)

Foto: Rieka Anscheit, riekaspixelsalon.de

Gesche Joost ist nicht nur unglaublich kompetent, sondern auch offen, authentisch, ehrlich und sehr sympathisch. Eigentlich ist es so: Die Vorstellung, dass eine Frau wie sie künftig die Netzpolitik in Deutschland mitgestaltet, ist fast zu schön um wahr zu sein. Auch wenn es derzeit unwahrscheinlich ist, dass die SPD die Wahl gewinnt, ist auch noch nicht klar, in welcher Form „das Internet“ politisch vertreten wird.

Nichtsdestotrotz hat Gesche Joost dem Internet viel kompetente Aufmerksamkeit beschert und wir werden hoffentlich noch viel und lange von ihr hören und lesen, denn sie ist eines der Role Models, die unsere Gesellschaft unbedingt braucht. Bitte mehr davon!

 

Inken Meyer

Inken Meyer, Foto: Rieka Anscheit, riekaspixelsalon.de

Foto: Rieka Anscheit, riekaspixelsalon.de

Die Personen in der Politik sind meist nicht mehr Ernst zu nehmen und so übt sich der ein oder andere in Politikverdrossenheit. Ich kenne das zu gut. Um so mehr freut es mich, eine kompetente Dame wie Gesche Joost sich engagieren zu sehen. Als ich sie reden hörte, dachte ich „endlich mal ein Licht!“ Natürlich bleibt es fraglich, wie dieses Licht dann eingesetzt werden würde, würde es so weit kommen. Ich habe keine Lust, diesen Bedenken viel Raum zu geben. Viel lieber möchte ich sagen: „Mehr davon!“

Ihre Idee, in die einzelnen Ministerien zu gehen und Teams zu bilden, finde ich gut. Ein Beispiel: Das Bildungsministerium bekommt Sie als Buddy an die Seite und sie kann ihre Ideen und Kompetenzen einfließen lassen. Ich bin ja sowieso dafür, dass dieses Internet für alle zugänglich ist und bin für mehr freies W-Lan! Danke, Gesche Joost, für deinen Einsatz! Möge das Internet mit dir sein.

 

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Thomas Vollmoeller, Sanja Stankovic, Gesche Joost, Nicole Willnow (von links; Foto: Inken Meyer)

Wir freuen uns übrigens darüber, Gesche Joost als 100. Fördermitglied im Digital Media Women e.V. begrüßen zu dürfen. Macht es ihr nach und unterstützt unsere Arbeit!

Hier findet ihr den Blogartikel von Xing und ein Interview mit Gesche Joost:

Inken Arntzen ist Coach, Beraterin, Gründerin und steht dafür ein, dass Familien eine selbstbestimmte Geburt erleben dürfen. Sie ist HypnoBirthing Kursleiterin in Ausbildung, Gründerin des Superheldentraining, Mitgründerin des Netzwerks Digital Media Women, und Organisatorin der Social Media Week Hamburg.


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