Wenn Print und Online zusammenkommen…

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Unter dem Titel „Buchbranche 2.0“ durften wir am 12. Dezember in der Medienhochburg Köln circa 45 Gäste zu unserem Themenabend begrüßen. In den Räumen des Bastei Lübbe Verlags wurde viel gesprochen und debattiert – über die guten alten Zeiten der Printausgaben, über die Chancen und aktuellen Projekte von E-Books, und über das eigentliche Gut: die Inhalte. Mit den Referentinnen Julia Hubschmid, Wibke Ladwig und Anke von Heyl boten gleich drei Expertinnen der Buchbranche Einblicke in ihre tägliche Arbeit.

(v.l.n.r).: Buchmarkt-Expertinnnen Wibke Ladwig, Anke von Heyl und Julia Hubschmid mit Christine Berding, Orga-Mitglied der DMW in Köln. (Foto: Sonja Theile-Ochel)

(v.l.n.r).: Buchmarkt-Expertinnnen Wibke Ladwig, Anke von Heyl und Julia Hubschmid mit Christine Berding, DMW Köln. (Foto: Sonja Theile-Ochel)

Dank Julia Hubschmid, Internationale Projektassistentin von Bastei Entertainment, konnten die Zuhörer einen Querschnitt der Verlagsprojekte kennen lernen, die sich mit digitalen Inhalten beschäftigen. Drei parallele Ansätze stehen bei Bastei Entertainment im Fokus: die Übertragung von bestehenden (Print-) Inhalten ins Digitale, die Adaption, also Ergänzung von ursprünglichen Printmaterialien durch Bilder, Videos, etc. sowie die Neukreation von Stoffen primär zur digitalen Nutzung. Besonders spannend war es, den Prozess des Markteintritts eines E-Books in unterschiedlichen Zielländern zu verfolgen. Am Beispiel von „Apocalypsis“ und dem Zielmarkt China erklärte Julia Hubschmid, weshalb Titel, Logo, Verkaufsportale und lokale Vertriebskanäle absolut relevant sind. Und, dass eben auch trotz einer gut durchdachten Strategie Kunden-Feedback auf neuen Märkten und bei neuen Produkten enorm wichtig ist und Anpassungen vorgenommen werden müssen.

Vergleichsweise philosophisch sprach Wibke Ladwig, Sinn und Verstand Kommunikationswerkstatt, anschließend in ihrem Vortrag „Decoding a book – was ist Buch?“ darüber, was ein Buch eigentlich ausmacht. Gemeinsam mit dem Publikum ging sie immer wieder der Frage nach, inwieweit klassische Definitionen eines Buches heute noch greifen. Entlang der unterschiedlichen Ideen für Print, Digital oder Mischformen wie social reading-Konzepte entspann sich eine lebhafte Diskussion zu persönlichen Lese- und Kaufgewohnheiten, der Rolle des Rezipienten, Vergütungskonzepten und den Wünschen an eine Branche, die bereits mehr als einmal totgesagt wurde. Und ganz offenbar aktuell eine Revolution durchläuft.

(Foto: Sonja Theile-Ochel)

Das passende Ambiente: Veranstaltungsraum bei Bastei Lübbe (Foto: Sonja Theile-Ochel)


Mit Anke von Heyl, Inhaberin 11punkt Verlag, durfte das Publikum nochmals konkrete Publikationen und deren Entstehungsgeschichte kennen lernen. Der im Frühjahr 2013 gegründete E-Book-Verlag hat bislang zwar ein überschaubares Portfolio, jedoch sprang der Funke der Begeisterung deutlich über als es um Crossover-Projekte ging. Wenn beispielsweise reale Kunstprojekte mit E-Books, Print und Kommentaren bzw. Erweiterungen durch Leser verbunden werden und das E-Book fortlaufend bereichern. Ein Beispiel hierfür war die Publikation „Open Your Eyes – Street-Art in Düsseldorf“.

Auch nach den Vorträgen wurde bei Getränken und Snacks noch eifrig diskutiert. Ein weiteres Indiz dafür, dass neue Ideen für den Buchmarkt keinesfalls Mangelware sind und wir Spannendes erleben können, wenn Print und Online zusammenkommen.


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