Gründen verbindet: ein Treffen mit Maria Spilka vom Mädchenflohmarkt

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Unsere Autorin Sandra hat die Gründerin von Mädchenflohmarkt.de in Hamburg auf einen Plausch über die ersten zwei Jahre ihres Unternehmens getroffen.

Maria Spilka ist 25 und hat sich vor zwei Jahren mit der Onlineplattform Mädchenflohmarkt.de selbstständig gemacht. Ich, Sandra, bin 35 und habe vor kurzem meinen Online-Marktplatz Kitchennerds.de gelaunched. Beim #fashionlunch von Mädchenflohmarkt in Hamburg sind wir aufeinander getroffen und haben ein Gespräch übers Gründen geführt.

Mädchenflohmarkt Gründerin Maria Spilka

Mädchenflohmarkt-Gründerin Maria Spilka (Foto: STILGEFLÜSTER)

Man merkt sofort, dass Maria ihr Business lebt und Mode ihre absolute Leidenschaft ist: „Vor dem Mädchenflohmarkt war Mode für mich definiert durch Trends.“, sagt sie. Mittlerweile hängt sie für mich vielmehr mit Stilfindung und Persönlichkeitsentwicklung zusammen.“

Ein guter Einstieg

Zuerst war Marias Gründungswunsch da, dann kam die Idee. Über diese Reihenfolge muss ich ein wenig schmunzeln – denn da ging es ihr genauso wie mir. Nur hat sie sich ihren Wunsch deutlich schneller erfüllt: Die gebürtige Russin, die eine deutsche Schule in Moskau besucht und ihr Masterstudium an der Universität von Maastricht absolviert hat, hat ihren Berufseinstieg ganz bewusst in einem Startup gesucht. Schon im Vorstellungsgespräch bei edelight.de erklärte sie ganz offen und direkt, dass sie in zwei Jahren gerne ihr eigenes Startup gründen wolle. „Ein absoluter Glücksfall!“, wie sie heute sagt. Denn ab dem Moment wurde sie wie eine Gründerin behandelt und bekam die große Chance, das Handwerk von der Pike auf zu lernen. Als Business Development Manager begleitete sie u.a. den Launch von Stylesyoulove, einem Sammelportal für Fashionartikel unterschiedlicher Onlineshops.

Die große Chance

Im Juli 2012 war es dann endlich soweit und Mädchenflohmarkt.de wurde gemeinsam mit Thorsten Lückemeier und Edelight-Geschäftsführer Peter Ambrozy gegründet.
Meine Eltern haben lange gebraucht, um zu verstehen, dass mir jemand diese einzigartige Chance gegeben hat.“, sagt die Gründerin, die selbst Tochter eines Unternehmers ist. Ihr Vater war schon immer ihr großes Vorbild. Aber ihre Eltern hätten sich gewünscht, dass sie mit ihrer Ausbildung – gerade als Frau – eine etwas andere Richtung eingeschlagen hätte. Sie wollten, dass mir die existenziellen Erfahrungen, die eine Unternehmensgründung mit sich bringt, erspart bleiben. Aber ich wollte meine eigenen Erfahrungen machen und bin glücklich, diesen Weg eingeschlagen zu haben.“ Der Erfolg gibt ihr Recht und ihre Eltern sind mächtig stolz auf sie!

Der Weg zur Profitabilität

Mädchenflohmarkt.de wurde von Anfang an, unabhängig von edelight.de, eigenfinanziert. Der Online-Marktplatz könnte bereits profitabel sein, setzt aber weiter auf Wachstum, um seine Marktführerschaft auszubauen. Dafür gab es Mitte April 2014 eine siebenstellige Finanzspritze von Vorwerk Ventures. Aktuell verzeichnet Mädchenflohmarkt.de mehr als 600.000 angemeldete Nutzerinnen sowie mehr als 400.000 eingestellte Produkte.

Die Firma besteht aus einem 18-köpfigen Team, das zurzeit auf der Suche nach weiteren Kolleginnen ist. Marias größtes Learning aus den vergangenen zwei Jahren ist übrigens die Erfahrung, nie aus der Not heraus einzustellen, egal, wie gut sich der Bewerber verkauft – ein Tipp, den ich nur zu gerne für mein Startup aufgreife. Zu gut kenne ich das Gefühl, dass man bei gewissen Belastungsspitzen am liebsten schon gestern einen weiteren Mitarbeiter eingestellt hätte. Doch wie die Mädchenflohmarkt-Gründerin richtig sagt: Das wichtigste Fundament für den Unternehmenserfolg ist das richtige Team!“

Die größten Erfolgserlebnisse

Der Erfolg kam für Maria schneller als gedacht: Am Tag, als Mädchenflohmarkt.de gelaunched wurde, bin ich erst einmal ganz entspannt zum Friseur gegangen“, erzählt sie lachend. Ich konnte ja nicht ahnen, dass gleich der Server zusammenbrechen würde.“ In den ersten vier bis fünf Wochen meldeten sich circa 8.000 Frauen an – ein Ergebnis, das Maria noch heute mit viel Stolz erfüllt.
Ihr emotionalstes Erfolgserlebnis bisher war aber ein anderes: Nämlich als sie zum ersten Mal den eigenen TV-Spot im Fernsehen sah. Ich saß zu Hause am Computer, im Hintergrund lief ‚Grey’s Anatomy‘ (eine meiner absoluten Lieblingsserien). Und plötzlich war da unsere Kampagne. Ein unbeschreibliches Gefühl!“
Solche Momente treiben Maria an. Aber“, so gesteht sie, es kostet auch jeden Tag ein wenig Kraft, an der eigenen Vision zu arbeiten.“

Ladies-Dinner

Auch sie holt sich Inspiration bei anderen Gründerinnen. Ihr Dream-Team für ein Ladies-Dinner wäre das Gründerteam von Net-a-Porter, Marissa Meyer, Amber Venz von Rewardstyle und ihr absolutes Vorbild, die Russin Mira Duma von Büro 24/7. Solche Vorbilder sind wichtig – denn wie Maria glaubt, fehlt es vielen Frauen schlicht am Selbstvertrauen und auch an Wissen, um ihre tollen Ideen umzusetzen.

Unternehmensgründung – Eine Frage des Selbstvertrauens?

Das kann sein, doch hatte ich selbst (neben einem eventuell fehlendem finanziellen Polster) nicht an diese Möglichkeit gedacht. Ich kann nur sagen: Nehmt euch diese wunderbare Jungunternehmerin zum Vorbild und traut euch, eure Träume wahr werden zu lassen!


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