Year of the Monkey in München: Rückblick mit Schritt nach vorne

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Am 22. April fand die Year of the Monkey (YOTM) im Münchner Backstage statt. Mit kurzen Vorträgen, Workshops und einem Tech-Bereich hat das YOTM-Team zu einem inspirierenden Tagesausflug durch die digitale Transformation eingeladen.

Wenn Schlangen, Ziegen und Hunde auf Affen treffen und sich um das Wohlbefinden von Elefanten bemühen, handelt es sich nicht um eine 08/15 Konferenz, sondern um ein Festival. Genauer das digitale Transformations- und Innovationsfestival „Year of the Monkey“, das Jahr um Jahr unter dem jeweiligen Chinesischen Horoskop stattfindet. Konsequenterweise werden die Veranstalter zukünftig unter dem Namen „Year of the X“ firmieren, wie Markus von der Lühe in seiner Eröffnungsrede erklärte.

RELEASE YOUR INNER MONKEY

In Zeiten des Umbruchs hilft weder Verdrängen noch Leugnen noch Erstarren. Ein neugieriger Blick auf Veränderungen, auf die Strukturen und Prozesse in anderen Unternehmen – größer gedacht in anderen Branchen – kann Sicherheit, Stärke, Mut und Innovationskraft hervorbringen, die für den Wandel des eigenen Unternehmens, des Selbstverständnisses als Digital Leader oder für die geänderten Kundenbedürfnisse wichtig sind. Peter Burow (Neuropower) legte den Schwerpunkt seines Vortrags „The Neuroscience of Disruption“ auf die Möglichkeiten des Marketer, den Kunden zu führen und zu verstehen. Aber was tun, wenn rationale Erklärungen nicht zum gewünschten Ergebnis führen? Dann heißt es, die emotionale Seite ansprechen: zum Beispiel Vertrauen schaffen und Sicherheit vermitteln, den Kunden zum Gewinner machen und eine tiefe Verbundenheit herstellen.

Und selbst wenn wir glauben, unsere Kunden zu kennen, können wir im nächsten Moment schon wieder überrascht werden. Immerhin ist alles im Wandel. Hayley Ard (Stylus) hat in ihrem Vortrag „Dissolving Demographics“ die einflussreichsten Konsumenten-Typen vorgestellt und einen besonderen Blick auf den „wellbeing warrior“ geworfen.

„Wer wird uns in die digitale Zukunft führen?“, fragte Tobias Burkhardt von Shiftschool in seinem Vortrag über „Digital Leadership“. Diejenigen mit einem neuen Mindset. Diejenigen, die groß denken und nicht nur schrittweise etwas ändern oder Bestehendes „nur“ optimieren.

Dem Teenager-Sex entwachsen

Aber: „Digital Transformation is like teenage sex. Everyone talks about it. Nobody knows how do it. Everyone thinks everyone else is doing it. So everyone claims they are doing it.”

Also, was wissen wir schon sicher? Wer macht tatsächlich was und behauptet nicht nur?

Grimur Fjeldsted (ECCO) hat sehr strukturiert und umfassend gezeigt „How IoT and Wearables will change the Future of Business“. Von den Shifts (Hierarchy –> Network, Controll –> Empowerment, Products –> Platforms, Audience –> Community, Consumer –> Co-Creator, Push –> Pull) über die veränderten Mindsets hat er die Herausforderungen der traditionellen Geschäftsmodelle pointiert dargestellt und auf die Wichtigkeit der als Netzwerk verbundenen Produkte & Services hingewiesen.

Vielleicht keine Erkenntnisse, die wahnsinnig neu sind, aber wer sein Business in dieser Klarheit mit allen Herausforderungen und Zielsetzungen darstellen und einordnen kann, ist vermutlich schon dem Teenager-Sex entwachsen.

Und warum auch immer alles neu, neuer, am Neuesten machen, wenn wir mit bereits Vorhandenem gute, sinnvolle und Mehrwert generierende Services erstellen können? Wie das geht und warum ein paar Karten schon reichen, um Ideen zu entwickeln, zeigte Dolly Eniola (Year of the X, Freeformers) in ihrem Workshop „Ideation and Remixing Prototype“ mit einer überaus innovativen und engagierten #yotm-Community.

Backstage in der Arena

Es gäbe noch so viel mehr zu erzählen, aber es geht gar nicht um die Beobachtung zweiter Ebene, um Hörensagen oder theoretisches Geplänkel. Bei Year of the Monkey geht es darum, den Wandel ein Stück weit zu sehen, zu spüren und greifbarer zu machen.

Und wem die Vorträge zu theoretisch und die Workshops zu vortragslastig waren, konnte sich als Drohnen-Pilot versuchen und den Himmel erobern oder die virtuelle Welt mit vollem Körpereinsatz erkunden.

Year of the Monkey und das Backstage boten genug Freiraum, um all das zuzulassen und hinter jeder Ecke etwas Neues zu entdecken.

Bleibt neugierig, bleibt experimentierfreudig und bleibt innovativ!

TEILNEHMERSTIMMEN

Claudia Lampeitl

Claudia Lampeitl (Foto: YOTM)

Claudia Lampeitl, PAYBACK
Offen für neue Inspirationen machte ich mich auf den Weg zum #YOTM. Der Tag startete mit einer inspirierenden Keynote von Adam Smiley Poswolsky, der gekonnt die Generation der Millennials beleuchtete, um motivierende Ansätze zu liefern, zu einem glücklicheren Leben zu finden. Aufeinanderfolgende Kurzvorträge gaben einen Einblick in eine fast befürchtete Buzzword-Schlacht: #E-Mobility #InternetOfThings #LocationBasedServices #LeanManagement #MobileTransformation oder #BigData, um nur ein paar davon zu nennen.
Nachmittags konnte man in Workshops mit knapp 200 Personen seine mentale Intelligenz steigern oder ein Konzept für eine eigene App erarbeiten, was mal besser, mal schlechter gelang. Die gewünschte Inspiration habe ich nicht bekommen – allerdings bin ich stolz auf meinen eigenen MONKEY aus dem 3D Drucker, den ich in meiner „bag to the future“ heimtragen konnte.

Carola Grimminger

Carola Grimminger (Foto: Robert Galik)

Carola Grimminger, Fokus K
Year of the Monkey war für mich mehr ein Happening als ein Event. Ich fand es großartig, dass Gründer Markus von der Lühe und sein Team kaum einen Aufwand gescheut haben, um die Digitale Transformation erlebbar zu machen: von Vorträgen über Workshops und 1:1 Coachings bis hin zum eigenen 3D-Body Print und dem Blick in die (digitale?) Zukunft wurde so einiges geboten. Allerdings gab es auch Sessions, die eher deplaziert wirkten und lieblos heruntergespult wurden. Eine wunderbare Gelegenheit, um in der Sonne spannende Kontakte zu knüpfen und mit einigen @DigiWomenM zu ratschen. Mein Take-away und neues It-Piece: Baumwolltasche „Bag to the Future“.

GALERIE

(Fotos: Katja Vater)


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