Kleine Schritte für große Veränderungen: #DMW-Rückblick auf 2016 und Ausblick auf 2017

Geschrieben von | · · · | Allgemein · Digital · FEATURED · Intern | 1 Kommentar zu Kleine Schritte für große Veränderungen: #DMW-Rückblick auf 2016 und Ausblick auf 2017

„Die digitale Transformation ist unsere Spielwiese, das Netzwerken unsere Stärke“ lautet ein Satz aus unserem Leitbild, mit dem wir seit diesem Jahr antreten. Es sind die beiden bestimmenden Themen der Digital Media Women. Wir vernetzen heute eine Community von ca. 10.000 Frauen und Männern miteinander, die sich gegenseitig empowern und sichtbar machen. 2016 haben wir über 1.000.000 Menschen im Netz erreicht und mit über 80 Veranstaltungen in 7 Städten mehr als jedes andere Netzwerk in der Branche die Themen „Digitalisierung“, „Female Empowerment“ und “Diversity“ vorangetrieben. Allein die Themenabend-Serie des #DMW Quartiers in München „Nah dran am digitalen Wandel“ hat mehr als 1.000.000 Impressions im Netz erzeugt.

Christiane Brandes-Visbek, eine der führenden Expertinnen für das Thema „Digital Leadership“ in Deutschland, Quartiersleiterin in Hamburg und smarte Strategin der #DMW, die auch unser Leitbild mitgeprägt hat, berichtet: „Unsere #DigitalLeadership und #NewWork-Präsenzen haben auf der Social Media Week 2016 einiges bewirkt: Viele von uns wurden auf nachfolgenden Veranstaltungen gebucht, wir haben unter anderem die Handelskammer Hamburg für die Digitalkonferenz Solutions mit weiblichen Speakerinnen versorgt. Die Rednerinnen-Quoten auf Hamburger Konferenzen wie NEXT, newTVKongress oder Scoopcamp wurden auch durch unsere längjährige und hartnäckige #DMW-Arbeit vor Ort verbessert. In Hamburg gab es in 2016 kaum noch eine Digitalkonferenz, die es sich leistete, nicht auf die Frauenquote zu achten.“

Die NEXT ist hierfür ein gutes Beispiel. Die nicht vorhandene Frauenquote der #NEXT10 war u. a. Auslöser für die Gründung der Digital Media Women ­– auf der #NEXT16 waren nun in diesem Jahr mehr als 50 Prozent der Speaker weiblich. Solche Erfolge machen uns natürlich sehr stolz und spornen uns in unserer Mission enorm an, da sich an ihnen erkennen lässt, dass ein Umdenken durch entschlossene und ehrenamtliche Arbeit, wie wir sie tun, möglich ist!

Wir machen Frauen sichtbar (Foto: Simone Naumann)

Wir machen Frauen sichtbar (Foto: Simone Naumann)

Change ist eine Kooperationsveranstaltung

Die Digital Media Women sind eine Grassroot-Bewegung. Das bedeutet, wir vernetzen ganz bewusst Frauen und Männer in allen Altersstufen und über alle hierarchischen Ebenen hinweg miteinander. Erfolgreiche Digital Leader leben es vor: Man muss sich verabschieden vom klassischen Hierarchiedenken. Innovationsfähigkeit und Veränderungsfähigkeit leben vom Aufbrechen der Silos, nicht von elitären Netzwerken. Sich für Gleichberechtigung einzusetzen ist eine Mammutaufgabe, die ein Netzwerk alleine nicht bewältigen kann. Deshalb setzen wir voll auf Kooperation mit anderen Netzwerken wie Fielfalt, den Geekettes, den Webgrrls uvm.

Unsere Firmen- und Event-Kooperationspartner wie Telefonica, Microsoft, Brandwatch, GLS Bank, re:publica oder die Social Media Week Hamburg, um nur eine kleine Auswahl zu nennen, sind selbst Digital Leader und Vordenker was Digitalisierung, Vernetzung und Zusammenarbeit auf Augenhöhe angeht.

Wir sind der Überzeugung, dass wir am Ende nur dann erfolgreich einen innovativen Wirtschaftsstandort Deutschland schaffen werden, wenn Frauen und Männer gleichberechtigt daran arbeiten. „Wir wollen in einer Welt leben, in der Vielfalt herrscht. Wir wollen in einer Welt arbeiten, in der Frauen gleichberechtigt teilhaben und sichtbar Einfluss nehmen. Wir sehen im digitalen Wandel die größte Chance, diese Vision zu verwirklichen,“ lautet die Vision in unserem Leitbild. Dies wird nur gelingen, wenn wir alle an einem Strang ziehen. Genau an dieser Stelle werden wir ab 2017 noch eine Schippe drauflegen. Mehr dazu im neuen Jahr!

Change und Netzwerken gehen Hand in Hand (Foto: Simone Naumann)

Vom Start-up zum Mittelständler

Seit Gründung der Digital Media Women hat sich die Anzahl der ehrenamtlich engagierten Orgafrauen und der Communitymitglieder fast jedes Jahr verdoppelt.

Mittlerweile sorgen über 100 Frauen in 7 Städten mit ihrer Arbeit in einer offenen, sich selbst strukturierenden Organisationsstruktur dafür, die Vision einer Welt, in der Frauen gleichberechtigt teilhaben und sichtbar Einfluss nehmen, zu verwirklichen.

Das Businessnetzwerk der #DMW hat sich in diesem Jahr endgültig vom Start-up zu einem Mittelständler entwickelt. Wer das schon einmal erlebt hat, kennt die Wachstumsschmerzen, die damit einhergehen. Ich denke, dass diese Weiterentwicklung einer der größten und wichtigsten Erfolge dieses Jahres war für uns als Verein, um auch künftig mit der gleichen Stärke oder noch mehr bewirken zu können: Wir haben intern die Weichen für unsere Zukunft gestellt. Die Gründerinnen Carolin Neumann und Inken Arntzen haben 2016 den Vorstand verlassen und sind mit weiteren aktiven Gründerinnen in den neu gebildeten Beirat gewechselt, der dem neu gewählten Vorstand Maren Heltsche, Ute Blindert und mir beratend zur Seite steht.

Dazu Carolin Neumann, die vor sechs Jahren auf der NEXT mit einem Tweet den Grundstein für unser Netzwerk legte: „Für mich ist der größte Erfolg der #DMW in diesem Jahr, dass sich das Netzwerk endgültig als echte Community bewiesen hat, die größer ist als diejenigen, die sie sich mal vor ein paar Jahren ausgedacht haben. Viele Netzwerke bestehen nicht über den Abschied ihrer Gründerinnen aus dem operativen Tagesgeschäft hinaus bzw. vertragen keinen Wandel. Ich bin so wahnsinnig glücklich und dankbar, dass dies für die #DMW nicht gilt. Ganz im Gegenteil: Nach dem Vorstandswechsel ist noch mehr Bewegung in das Netzwerk gekommen. Die #DMW sind ein Grassroot-Netzwerk, das alle empowert und nicht nur diejenigen, die schon in bestimmten Positionen sind. Bei uns bekommen Frauen in allen beruflichen Lagen die Chance, in ihre Größe zu kommen.“

Wir haben in 2016 die neuen Quartiere Leipzig und Stuttgart gegründet. Weitere Quartiere in Schleswig-Holstein, Greifswald und Hannover sind für 2017 bereits in Planung.

In den einzelnen Taskforces und Quartieren haben aktive #DMW- Frauen mehr und schneller als je zuvor die notwendigen Entwicklungen vorangetrieben. Das ist, wenn man bedenkt, dass wir alle ehrenamtlich neben Beruf und Familie an verschiedenen Standorten und zu verschiedenen Zeitpunkten in virtuellen Teams an den Themen arbeiten, eine Herausforderung, die besondere Anerkennung verdient.

Damit wir auch künftig als stark wachsender Verein Impact in Wirtschaft, Medien und Gesellschaft erzeugen können und gleichzeitig agil wie ein Start-up bleiben, unterstützt uns im kommenden Jahr eine systemische Organisationsberatung. Ein neues Social Collaboration Tool soll die gemeinsame Arbeit erleichtern.

Der alte und der neue Vorstand der #DMW (v.l.n.r.): Inken Arntzen, Carolin Neumann, Maren Heltsche, Maren Martschenko, Ute Blindert (Foto: Simone Naumann)

Der alte und der neue Vorstand der #DMW (v.l.n.r.): Inken Arntzen, Carolin Neumann, Maren Heltsche, Maren Martschenko, Ute Blindert (Foto: Simone Naumann)

Große Veränderungen fangen klein an. Große Erfolge setzen sich aus vielen kleinen zusammen

Als Verein mit der großen Vision, dass Frauen in der digitalen Arbeitswelt sichtbar Einfluss nehmen und gleichberechtigt teilhaben, gehört es auch zu unserem Alltag, diese große Vision in kleinen Schritten umzusetzen. Frust und Freude liegen dabei nah beieinander. An manchen Stellen haben wir uns dieses Jahr verzweifelt die Haare gerauft, wenn wir uns Konferenzpanels mit ausschließlich Männern zwischen 40 und 50 oder Best-of-Listen mit ausschließlich männlichen Kandidaten gegenüber sahen. Gleichzeitig erhöhen diese Vorkommnisse unsere Motivation dranzubleiben. Klar erschreckt uns die Annahme, dass es bis zum Equal Pay noch weitere 70 Jahre dauern soll. Es ist aber auch offensichtlich, dass dieses Problem nicht mit der Einführung einer staatlich verordneten Frauenquote allein gelöst wird, sondern dass es vieler kleiner Schritte an ganz vielen Enden bedarf, um eine tatsächliche Gleichberechtigung herbeizuführen. An vielen Stellen schaffen wir mit Themenabenden sowie unserer kontinuierlichen Berichterstattung im Blog und auf den Social Media Kanälen ein Bewusstsein dafür. An anderen Stellen ermutigen wir Frauen in unserer Facebook-Gruppe und bei Academy-Workshops. Und an wieder anderen Stellen haben wir bereits wichtige Hebel umgelegt (siehe NEXT).

Sehr bezeichnend für unsere Grassroot-Bewegung ist für mich nachfolgende Episode, die aufzeigt, dass sich große Erfolge aus vielen kleinen zusammensetzen: Am Rande einer Konferenz erzählte mir eine Kollegin, dass sie dieses Jahr zum ersten Mal auf ihrem Twitterkanal zu einer Konferenz kritisch angemerkt hätte, warum dort nur Männer sprächen. „Früher wäre mir das gar nicht aufgefallen. Durch die Digital Media Women hat sich mein Blick auf dieses Thema verändert. Ich musste einfach etwas sagen!“ Ich stelle mir vor, alle 10.000 und bald vielleicht 20.000 Männer und Frauen, die Teil unserer Community sind, machen das genauso. Das wäre ein großartiger Effekt, den man schwer übersehen könnte!

Noch mehr #Net #Work #Power 2017

Wir freuen uns auf die neuen Aufgaben, die im Jahr 2017 auf uns zukommen. Ich freue mich darauf, mit allen aktiven #DMW im nächsten Jahr die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Wir alle freuen uns auf die Männer und Frauen, die sich unserer #Net #Work #Power anschließen werden. In diesem Sinne: Auf ein gutes Neues!

#tatkräftig, #positiv und #wegweisend – die #DMW (Foto: Simone Naumann)


Ein Kommentar

Digital Media Women » 1 Blog. 44 Autorinnen. 143 Beiträge. Vielfalt im #DMW Blog 2016. sagt:

9. Januar 2017 um 08:30

[…] die #DMW hinbewegen werden, hat unsere Vorstandsvorsitzende Maren Martschenko in dem Beitrag „Kleine Schritte für große Veränderungen: #DMW Rückblick auf 2016 und Ausblick auf 2017“ bereits […]

Antworten

Hinterlasse einen Kommentar