Nachbericht: Der 1. Themenabend der #DMWonTourRuhr – Kommunizieren mit Künstlicher Intelligenz

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(Foto: Brigitte Schröder)

Am 7. November 2017 war es soweit – der erste Themenabend der Digital Media Women im Ruhr­gebiet fand in Dortmund statt und war ausgebucht. Und die einhellige Meinung sowohl von Gäs­ten als auch vom Orga-Team: Ein voller Erfolg!

 

Katja Kohlstedt hat den Abend für euch zusammengefasst:

 

„Kommunizieren mit künstlicher Intelligenz“ ist ein Thema, das offensichtlich einen Nerv trifft. Die Diskussion, die zwischen PanelteilnehmerInnen und Publikum so rege geführt wurde, dass wir die Zeit weit überdehnten, wurde anschließend bei gutem Essen und in den folgenden Tagen im Netz intensiv weitergeführt. Die Nachwirkungen des Abends lesen sich in diesem Artikel deutlich heraus.

 

Und nun der Reihe nach: Im Rahmen der Digitalen Woche, die vom 6. bis 11. November 2017 in Dortmund stattfand, lud uns das IT-Unternehmen Materna GmbH für den Themenabend in seine Räume ein. Unser Orga-Teammitglied Ute Korinth ist Mitarbeiterin bei Materna und hat ihren Arbeitgeber für unser Thema schnell begeistern können. Sie hat dann auch im weiteren die Hauptorganisation (zusammen mit Susanne Niemann) sowie die Moderation des Abends übernommen.

Vlnr: Ute Korinth, Heike Häfele, Sonja Stange, Thomas Ross (Foto: Kreative Kommunikationskonzepte)

Begrüßt wurden wir von Helmut an de Meulen, einer der beiden Gründer Maternas. Er berichtete aus der Zeit seines Studiums der Informatik, das vor der Gründung der Marterna GmbH 1980 abge­schlossen war: „Künstliche Intelligenz war zu der Zeit ein unfassbar theoretisches Konzept“. Und heute findet es – auch bei der Materna GmbH – überall ganz pragmatische Anwendung, die Mög­lichkeiten zum Beispiel bei individualisierter Medizin seien enorm. Andreas Eull stellte anschlie­ßend die Tätigkeitsfelder der Materna GmbH kurz vor und verblüffte mit Anwendungen, die die meisten Teilnehmenden sicher kennen, ohne jedoch dieses mit dem IT-Unternehmen in Verbindung zu bringen. So beispielsweise die DHL-Sendungsverfolgung.

 

Helmut an de Meulen (Foto: Brigitte Schröder)

Vor der eigentlichen Podiumsdiskussion gab es Impulse von den drei SpeakerInnen. Heike Häfele, COO bei AX Semantics, ließ die ZuschauerInnen einschätzen, ob ein Text von einem Menschen oder einer KI geschrieben wurde. Es waren kurze Nachrichten, die uns gegenübergestellt wurden. Ergebnis bei vier Durchläufen: Das Publikum war sich jedes Mal uneins. Es ist nicht mehr einzu­schätzen, wer einen Text verfasst hat – Redakteur oder KI. Mit der Software von AX Semantics werden inzwischen 30 Millionen Texte pro Monat erstellt! Von TexterInnen eher nicht so gerne Ge­schriebenes wie Produktbeschreibungen im eCommerce-Bereich sowie Lokalnachrichten, für die keine Zeitung mehr einen Redakteur in die Vororte schickt oder Ergebnisse von Randsportarten sind Beispiele, welche die Vorteile der KI bei der Generierung von Sprache deutlich machen. Nicht im­mer wird der Mensch einfach ersetzt – KI kann uns Menschen etwas (wieder) zur Verfügung stellen, wofür sonst kein Mensch mehr Zeit und Mittel aufbringen würde, es zu produzieren. Die Redak­teurInnen sind nun gefragt, um die Software zu trainieren – das kann je nach Textgattung natürlich ganz andere Anforderungen auch an den Schreibstil mit sich bringen.

 

Thomas Ross von IBM Global Business Services stellte uns Watson vor. Dessen Durchbruch ist schon sechseinhalb Jahre her: 2011 trat Watson gegen die beiden zu derzeit besten Jeopardy-Spieler an – und gewann haushoch. Bei der amerikanischen Quizzshow werden Antworten präsentiert, zu denen die Spieler die passende Frage herausfinden müssen. Oft ist ein versteckter Sprachwitz ent­halten, so dass sich für die EntwicklerInnen von Watson hohe Herausforderungen ergaben. Diesen Film, der insbesondere aufgrund der Reaktionen des Entwicklerteams äußerst aufschlussreich ist, sahen wir in leicht gekürzter Weise:

 

 

Inzwischen ist Watson in verschiedenen Branchen im Einsatz, die Anwendungsmöglichkeiten sind individualisiert – so lernte Watson im Auftrag von 20th Century Fox einen mitreißenden Trailer für den Film „Morgan“ zu erstellen, indem er die Trailer der Top-100 der Horrorfilme analysierte.

 

Sonja Stange, Computerlinguis­tin im Team Corporate Innovation bei Materna für den Bereich Cognitive Computing zuständig, befragte ebenfalls das Publikum: Was ist Intelligenz? Ist ein Computer intelli­gent? Wenige Handzeichen. Ein Schachcomputer? R2D2 oder C3PO, bekannt aus StarWars? Data oder Spock aus StarTrek? Sheldon Cooper?

 

Ab R2D2 haben einige etwas unsicher die Hand gehoben. Es machte jedenfalls eins deutlich: Die Frage „Was ist Intelligenz?“ ist noch nicht hinreichend geklärt und dieser Umstand ist in der Diskussion um Künstliche Intelligenz wichtig zu berücksichtigen. In der Kürze ihres Vortrages lag so viel philosophi­scher Tiefgang, der dann auch die von Ute Korinth moderierte Gesprächsrunde stimmungsvoll einleitete.

Teilnehmerinnen

Sehr aktive Diskussion mit und unter den Teilnehmerinnen (Foto: Kreative Kommunikationskonzepte)

 

Bemerkenswert war die rege Beteiligung des Publikums. So zeigte sich, wie weit das Themenfeld “Kommunizieren mit Künstlicher Intelligenz” ist – neben Fragen und Anmerkungen zu konkreten Möglichkeiten in den nächsten Jahren wurde auch nach den zugrunde liegenden Visionen, der Verantwortung von Unternehmen gefragt sowie generell ethische und soziale Fragestellungen aufgeworfen.  Fest stand am Ende des Abends: Die Diskussion um die Möglichkeiten von KI und die dadurch möglich gewordene Gestaltung der zukünftigen Welt wird im Ruhrgebiet weitergehen.

 

Der Nachbericht wurde für euch verfasst von Katja Kohlstedt.

Katja Kohlstedt

(Foto: privat)

Katja Kohlstedt ist Bildungswissenschaftlerin (B.A.), Betriebswirtin im Schwerpunkt Personalmanagement und studiert weiterhin an der FernUniversität in Hagen, zurzeit den Master Bildung und Medien: eEducation. Ihre Interessenschwerpunkte liegen in der Erforschung von Anwendungsmöglichkeiten neuer Technologien im Bereich der Bildung.

 

 

 

Brigitte Schröder begleitet die #DMWonTour -Reihe in Dortmund und unterstützt dort die Organisatorinnen.

 

 

Brigitte Schröder begleitet als selbstständige Unternehmens- und Wirtschaftsberaterin Menschen auf ihren Karrierewegen, Unternehmer der Medienbranche, Kreative, Künstler sowie Start-ups in der Selbstständigkeit sowie Organisationen in Aufbau- und Veränderungsprozessen. Als Diplom-Volkswirtin bringt sie das notwendige Know-how für die harten Fakten mit. Als systemisch ausgebildete Beraterin und Coach weiß sie aber auch, wie wichtig die persönliche Entwicklung und die Kulturgestaltung ist und fördert diese. Bei den #DMW engagiert sie sich im Kölner Quartier mit Schwerpunkten in Entrepreneurship, Führungs- und Kulturthemen, zukünftige Arbeits- und Lernformen sowie zum Thema Selbstorganisation.


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