Die #DMW auf dem Invest in Future Kongress 2017 in Stuttgart

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Was macht die Digitalisierung mit der Arbeitswelt? Und welchen Einfluss hat die fortschreitende Technologisierung unseres Alltags auf Themen wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Die Arbeitswelt der Zukunft birgt Chancen und auch Risiken, fordert aber vor allem heute schon ein Handeln, wie der diesjährige Invest in Future Kongress im Stuttgarter Haus der Wirtschaft gezeigt hat. Wir Digital Media Women haben als Medienpartner den Kongress begleitet und mit Ute Blindert unsere Anliegen sichtbar gemacht.

 

Es war mein erster offizieller Besuch als Satellitin der Digital Media Women Ende September in Stuttgart und ich freute mich auf zwei Tage voller Denkanstöße, Input und spannender Gespräche. Als der Generation der Millennials zugehörige Berufseinsteigerin, ist die digitalisierte Arbeitswelt die einzige, die ich kenne. Ich arbeite in virtuellen Teams, von überall auf der Welt; umso spannender war es für mich bei dem Kongress einen Überblick über die Arbeitswelt von gestern, heute, und natürlich auch von morgen zu bekommen und mit meinen Fragen auf offene Ohren zu stoßen.

 

Mit meinen persönlichen Themenschwerpunkten Women und Leadership, sehe ich die Digitalisierung als eine klare Chance, um geschlechterbedingter Diskriminierung am Arbeitsplatz entgegenzuwirken. Zugleich sehe ich die Digitalisierung als Motor, der die bisherigen Strukturen aufbricht. Leadership ist meiner Meinung nach ein fluides Konzept. Ein wahrer Leader ist nur jemand, der sich auch führen lässt. Auch hier kann die Digitalisierung ein Umdenken anregen, ein Überdenken bisheriger Arbeitsweisen- und formen, aber auch Definitionen. Das gleiche gilt für das Thema Nachhaltigkeit im Kontext der digitalisierten Arbeitswelt, angefangen von den vielen Möglichkeiten Verkehrswege einzusparen und Prozesse effizienter zu machen, die Zeit, Geld, aber auch Ressourcen einsparen.

 

Der Kongress hat mich inspiriert und dem, was für mich bereits Alltag ist, einen theoretischen Rahmen gegeben. Der Fokus lag zwar auf Kinderbetreuung und Pflege, die eigentlichen Fragen und Herausforderungen aber gingen weit darüber hinaus, denn den Schritt in die Zukunft geht man in der Gegenwart. Was macht also die Digitalisierung mit unseren Lebens- und Arbeitsweisen?

 

 

Der Status Quo:

 

„Wir leben in der Gesellschaft 4.0“, bringt Roger Spindler, freier Referent für das Zukunftsinstitut in Frankfurt a.M. die aktuelle Lage auf den Punkt. „Das ist die Welt, in der unsere Kinder aufwachsen.“ Doch was will er uns damit sagen? Er zeigt Clips von Kleinkindern, die über Werbemagazine streichen, als sei es ein digitales Tablet. Er spricht von Schulkindern, die Nachhilfeunterricht mit Hilfe von YouTube nehmen oder aber Robotern, die Gutenachtgeschichten vorlesen. Die kommenden Generationen wachsen mit einem technischen Selbstverständnis auf, das beeindrucken und erschreckend zugleich ist. Denn während die künstliche Intelligenz nicht mehr in den Kinderschuhen steckt, tun das unsere Kinder allemal. Und bei all den technischen Erleichterungen für gewisse Momente kann kein Gerät dieser Welt die Zuneigung, Aufmerksamkeit und spürbare Liebe von Erziehern, Eltern oder einer Vertrauensperson ersetzen.

 

         

Fotos von Ariane Vera

Die Herausforderung

 

Eine Frage, die wiederholt auftaucht, ist die nach Lösungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Während das Arbeiten prinzipiell von überall möglich ist, wo es einen Internetzugang gibt, sind Kitas und Schulen ortsgebunden. Auch geben beide Einrichtungen den Tagesablauf der Eltern vor, von der ersten bis zur letzten Stunde inklusive Essens- und Schlafenszeiten.

 

An diesen Rhythmus, den unsere Kinder einfach vorgeben, müssen sich langfristig die Arbeitgeber anpassen und neue Formen von Vereinbarkeit schaffen, damit die Ressource Mensch bei all der Digitalisierung nicht auf der Strecke bleibt.

 

 

Die Digitalisierung als Brücke zwischen Berufs- und Privatleben?

 

Mit dem Wissen, dass wir schon jetzt die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen können, um Arbeit und Privatleben zu vereinbaren, ist es an der Zeit von der Theorie in die Praxis zu kommen. Was können also Arbeitgeber tun, um den Spagat zwischen Kinderbetreuung und auch Pflege zu unterstützen? Räumen Arbeitgeber durch die Digitalisierung den Arbeitnehmern nicht automatisch die Möglichkeit ein, ihren Alltag freier zu gestalten, fernab der alten Arbeitsmodelle? Es scheint hier keine strikten Grenzen mehr zu geben und die Digitalisierung fungiert als Brückenbauer zwischen Berufs- und Privatleben.

 

Ute Blindert, Finanzvorstand der Digital Media Women, erklärt in ihrem Vortrag „Da geht was! Digitale Vorreiter in der Arbeitswelt“, wie digitale Lösungen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit unterstützen können.

 

80% der deutschen Unternehmen schätzen Familienfreundlichkeit als wichtig ein und die nachkommenden Generationen reden nicht nur von der Work-Life-Balance, sondern fordern diese auch ein. Unternehmen, die als attraktiv auf dem Arbeitsmarkt gelten, Fluktuation verringern  und auch geringe Überbrückungs- und Wiedereingliederungskosten haben wollen, müssen heute zukunftsfähige Arbeitsmodelle anbieten, um auch in Zukunft für den Arbeitsmarkt attraktiv zu sein.

 

„Es muss also ein Umdenken stattfinden“, sagt Blindert. Das heißt, weg von Präsenzzeiten hin zu ergebnisorientiertem Erfolg. Statt zu sagen was nicht geht, muss gezeigt werden, was möglich ist, wenn digitale Lösungen unsere Arbeitswelt revolutionieren. Das setzt jedoch ein Umdenken auf beiden Seiten voraus: so muss ein Arbeitgeber deutlich mehr an Kontrolle aufgeben und eine neue Form von Offenheit leben, mit der der Arbeitnehmer aber auch lernen muss umzugehen. Diese neue Vereinbarkeit ist ein Prozess, der nur durch alle Parteien gemeinsam erreicht werden kann.

 

 

Ein Kongress mit Ausblick

 

Im abschließenden Plenum rundete Dr. Florian Langenscheidt mit seinem Vortrag die während des Kongresses auftretenden Fragen und vielseitigen Impulse in einem persönlichen Statement zur Digitalisierung ab. Er sähe die positive Welt der Möglichkeiten, meinte er, vertrete aber ebenso die kritische Haltung gegenüber möglichen Gefahren. Leider machte er sich Geschlechterstereotypen zunutze, um seinen Standpunkt zu erläutern.

 

Die Welt ist komplexer als Stereotypen. Dieser Satz ist für mich ebenfalls Zukunftsmusik.

 

 

Mein Fazit: Digitale Welt – und jetzt?

 

Digitalisierung betrifft jeden und sorgt für Veränderung in allen Lebensbereichen. Und das in einem rasanten Tempo. Ich sehe deshalb wenig Zeit dafür, das „ob“ zu debattieren, denn die Digitalisierung ist bereits in vollem Gange und sollte ein fester Bestandteil aller politischen, wirtschaftlichen und sozialen Agenden sein. Nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene.

 

Digitalisierung ist eine unfassbare Chance, um die globalen Herausforderungen zu meistern. Allein der Zugang zu Bildung ist nun viel niederschwelliger geworden, als er es zu Zeiten von Rockefeller und Carnegie noch war. Carnegie war auf die Bibliotheken und Gutmütigkeit ihrer Besitzer angewiesen, um an Wissen zu gelangen. Heute ist ein einziger Klick ausreichend. Nun ist es an uns gelegen, auch wirklich alle an der Digitalisierung teilhaben zu lassen.

 

Die Digital Media Women möchten sich herzlich bei den Organisatoren und Mitwirkenden des Invest In Future Kongresses für die sehr positive Zusammenarbeit bedanken. Digitalisierung ist auch für die Digital Media Women von großer Bedeutung. Unter anderem bietet sie die Chance, Frauen sichtbarer zu machen und so für mehr Gleichberechtigung zu sorgen. Nutzen wir sie!

 


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