Alles anders? Alles New Work, oder was?

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Was ist eigentlich New Work?  Worauf kommt es an? Wo führt das noch hin? Am 9.10. sprachen Anna Bilek (Head of Content Marketing, kartenmacherei.de), Nina Eichholz (Initiatorin des Coaching Netzwerks Grow2Glow), Georg Nietsch (Digital Evangelist bei PAYBACK), Nadine Nobile (Initiatorin des Netzwerks #NewWorkWomen) und Robert Vogel (Geschäftsführer und Gründer der Unternehmen mit Zukunft GmbH) mit Barbara Gremmler von den Digital Media Women unter anderem über diese Fragen. Sowohl im Miteinander auf dem Panel, als auch in ihren Erfahrungsberichten und Interaktionen mit dem Publikum stellten sie heraus, dass New Work das Ziel verfolgt, miteinander die besten Ergebnisse zu erreichen.

War das nicht schon immer so?

In der heutigen Zeit arbeiten wir in Unternehmensstrukturen, die aus der Industriegesellschaft kommen. Ziele, Teams, Arbeitsprozesse und -pakete werden von den Vorgesetzten vorgegeben. Prozesse werden über Individuen und deren Fähigkeiten gestellt. In den stillen und dunklen Fluren haben sich die Mantren „Wer viel arbeitet, ist eine gute Arbeitskraft“ und „Nur harte Arbeit ist wertvolle Arbeit“ in den Köpfen festgesetzt. KollegInnen entschuldigen sich, wenn sie zwei Stunden früher als sonst gehen. Kommentare nach dem Motto „Du hast wohl einen halben Tag Urlaub genommen.“ sind selbstverständlich nur im Spaß dahergesagt. Wer etwas erreichen möchte, bleibt länger im Büro, kommentiert das lauter als andere und setzt Leben mit Arbeiten gleich.

Alles anders? Alles New Work, oder was?

Die Umkehr ist so naheliegend wie selbstorganisiert. Das oben beschriebene Modell hat für viele Bereiche, die sich bereits in der digitalen Transformation befinden, seine Effizienz verloren. Ein schneller Wandel fordert kurzfristige Anpassungen und zeitnahe Lösungen, der Umgang mit Ungewissheiten und gestiegene Achtsamkeit fordern andere Strukturen, einen anderen Umgang miteinander und eine andere innere Einstellung. In einigen Agenturen und hippen Unternehmen kursieren Begriffe wie flache Hierarchien, selbstverantwortliches Arbeiten und permanente Weiterentwicklung schon seit ein paar Jahren. Solange der Chef die Arbeit verteilt und bis nachts die Aufgaben erledigt werden, hat das nichts mit New Work zu tun.

Was verstehen wir unter New Work?

New Work bedeutet, diejenigen Ressourcen, Antreiber und Stärken einzusetzen, die in jedem von uns liegen. All dem einen Rahmen zu geben, so dass die beste Entfaltung möglich ist. „Themen werden von Mitarbeitern eingebracht“, so Robert Vogel.

Bei New Work wird ein Team-Commitment erzeugt, in dem alle das Gefühl haben, die gleichen Ziele zu verfolgen und an einem Strang zu ziehen.

Nadine Nobile stellte heraus, dass es genau dafür bewusste Entscheidungen braucht, und die früheren Prägungen aufgelöst werden müssen.

 

Das Experiment zur Verdeutlichung von „New Work“ ist so einfach wie lustig wie genial: Gebe dem Publikum die Aufgabe, sich in Dreiergruppen zusammen zu finden und mit den vorhandenen (vorher auf den Stühlen ausgelegten) Lego-Steinen etwas zu bauen. Die Zeit ist begrenzt. Die Lego-Steine wurden zufällig verteilt und die Stückzahl ist überschaubar.

Die Erkenntnisse: Menschen wollen Aufgaben bearbeiten und Lösungen finden. Sie sind hochkooperativ und möchten Spaß haben. Sie setzen ihre individuellen Stärken ein, kommunizieren miteinander, fokussieren sich und verschwenden kein einziges nutzbares Lego-Steinchen. Das passiert ganz ohne Festlegung eines Teamleads und ganz ohne wasserfallartigen Projektplan. Jede Person hat in diesem Experiment geführt, sich zurückgenommen, wieder die Führung übernommen, sich in ihrer Art und mit ihren Fähigkeiten eingesetzt, um das Projekt zu einem Erfolg zu führen.

Und jetzt dann in groß: New Work in Unternehmen, was braucht es hier?

Um es mit Anna Bileks Worten zu sagen: „Gesunden Menschenverstand“. Das heißt eben auch: bisherige Abläufe und Strukturen in Frage zu stellen und Strukturen zu schaffen, die zum Jetzt passen. Individuelle Stärken einsetzen und den Wert der eigenen Arbeit anerkennen. Und all das bezieht sich sowohl auf die Führungskräfte als auch auf die Mitarbeiter. Denn New Work findet in jeder Einzelnen und jedem Einzelnen statt. Das heißt, Führung für sich und die Kollegen zu übernehmen. „Sei der Typ, den du gebraucht hättest, als du jünger warst“, bietet Georg Nietsch als Orientierung an.

 

Und für all diejenigen, die sich als New WorkerIn verstehen, aber noch das Umfeld für sich suchen, sei gesagt: Ihr könnt es selbst gestalten. Nina Eichholz: „Lasst uns experimentieren, neue Formen des Miteinanders explorieren, uns selbstbestimmt selbst-organisieren, schnell ausprobieren und noch schneller lernen, uns vernetzen und vernetzt werden“.

 

Tipps für den New-Work-Start:

  • Testet mit euren Kollegen zwei bis drei Monate selbstverantwortliches Arbeiten.
  • Vernetzt euch mit Gleichgesinnten in eurem Unternehmen, tauscht euch aus und stärkt euch gegenseitig.
  • Tragt das Mindset in die Unternehmen und setzte den Fokus auf das Team und nicht auf die Ziele.

 

Es muss und wird nicht sofort in allen Unternehmen und allen Bereichen funktionieren. Es wird auch nicht diesen einen Umbruch geben. Vielmehr werden Netzwerkstruktur und klassische (Produktions-) Struktur nebeneinander laufen. Wir haben die Chance, Anpassungen der Unternehmensstrukturen und Arbeitsweisen vorzunehmen und ersparen uns damit den Frust, mit alten Gedanken das Neue der heutigen Zeit zu erschaffen.

 

Wir bedanken uns bei PAYBACK als Firmenpartner der #DMW und Locationsponsor für die Arschbombe ins Bällebad und freuen uns auf jede kraftvolle Welle, die unsere PanelteilnehmerInnen ins Rollen gebracht haben und unsere Gäste ins Rollen bringen werden.

 

Alle Infos zu den PanelteilnehmerInnen im Vorbericht des Themenabends  „New Work am Beckenrand des Bällebads“ .

Alle Erfahrungsberichte, Tipps und Tricks von den Referenten könnt ihr in unserem Facebook-Stream ansehen.

 

Und teilt uns gerne in den Kommentaren eure New-Work-Erfahrungen mit.

 

Impressionen des Abends. Herzlichen Dank an Sarah Söhlemann für die Fotos (Fotocredit: Sarah Söhlemann).

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