Nachbericht zum Equal Pay Day 2020 – So verhandelst du auf Augenhöhe

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DMW-Quartiersleiterin Gudrun Traumann und Paula Landes richten die Technik ein. Gleich wird auf Twitter life gestreamt!

DMW-Quartiersleiterin Gudrun Traumann und Paula Landes richten die Technik ein. Gleich wird auf Twitter live gestreamt! Foto: DMW

(Nachbericht von Tatjana Fichtner, DMW Rhein-Main)

 

Zum Equal Pay Day 2020, dem internationalen Aktionstag für gleiche Bezahlung von Männern und Frauen veranstalteten die Digital Media Women Rhein-Main einen Twitter-Live-Stream. Am 17. März mit dabei waren Anja Henningsmeyer, Geschäftsführerin der hessischen Film- und Medienakademie und Autorin des Verhandlungs-Ratgebers „Denn Sie wissen, was sie tun“ und Elena Sommer, Mentorin und Female Money Coach.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte das Event nicht wie geplant als Präsenzveranstaltung mit 70 TeilnehmerInnen in Frankfurt am Main stattfinden. Stattdessen kamen die beiden Speakerinnen und die Moderatorin des Events, Paula Landes, in kleiner Runde in den Räumlichkeiten der ThinkTank-Beratung #Fortschritt zusammen und richteten das Event spontan per Twitter-Live-Chat aus.

 

Runde 1: So führst du souveräne Gehalts- und Preisverhandlungen

DMW-Live-Twitter Event zum Equal-Pay-Day 2020

DMW-Live-Twitter Event zum Equal-Pay-Day 2020. Hier der Beitrag von Anja Henningsmeyer. Foto: DMW

„Oft ist es reine Kopfsache“, sagt Anja Henningsmeyer. „Die innere Haltung zur Verhandlung macht den Unterschied. Verhandlungen sind immer Konflikte – für wen fühlt sich das schon gut an? Aber man darf dabei nicht vergessen, dass es dem Gegenüber genauso geht und beide Parteien am Verhandlungstisch trotz allem eines gemein haben: Sie wollen den Konflikt lösen.“

Der selbstbewussten inneren Haltung in Gehalts- und Preisverhandlungen stünden dabei oft drei Missverständnisse im Weg, wie Anja Henningsmeyer erläutert:

 

1. Missverständnis: „Ich will mich nicht unter Wert verkaufen.“

Deine Leistung hat keinen absoluten Wert. Dein Gehalt ist in hohem Maße davon abhängig, ob du in einem kleinen oder großen Unternehmen arbeitest, wie die Arbeitsmarktlage in der Branche ist oder in welcher Branche und in welcher Region du arbeitest.

Ergo: Wenn du eine Zahl verhandelst, dann verhandelst du nur eine Zahl, nicht deine Leistung. Und schon gar nicht deinen Selbstwert. Scheitern ist dann auch nichts Persönliches. Und ein „nein“ ist sowieso immer nur ein „nein“ der ersten Runde. Wenn du in die zweite Runde gehst, könntest du zum Beispiel einen Entwicklungsplan verhandeln.

 

2. Missverständnis: „Ich muss meine Forderung ausführlich begründen.“

Keineswegs. Eine Verhandlung ist keine Diskussion, in der das bessere Argument gewinnt. Im Gegenteil, Souveränität gewinnt diejenige, die sich nicht für ihre Forderung verteidigt, sondern die Reaktion des Gegenübers abwartet. Verlangt dieser Gründe, sind kurze, normative Begründungen wie: ‚Das ist in der Branche üblich‘ überzeugender als persönliche Gründe wie: ‚Ich arbeite immer so viel und liefere gute Qualität‘.

 

3. Missverständnis: „Wenn ich hart verhandle, verderbe ich es mir mit meiner (zukünftigen) Chefin oder meinem (zukünftigen) Chef.

Natürlich hat jede Verhandlung auch eine Beziehungsebene. Aber im beruflichen Kontext sollte Respekt mehr zählen als Sympathie. Und diesen verdienst du dir am besten nach dem Harvard-Motto: ‚Hart in der Sache – weich zum Menschen‘. Bleibe also immer respektvoll, aber habe keine Angst, deinen Standpunkt nachdrücklich zu vertreten. Das zeigt nur, dass du Rückgrat hast und den Respekt des Gegenübers verdient hast.

 

Im Make Shift Studio beim Equal Pay Day 2020: Paula Landes und Elena Sommer on Air

Im improvisierten Studio beim Equal Pay Day 2020: Paula Landes und Elena Sommer on Air. Foto: DMW

Runde 2: Elena Sommer – Die innere Haltung stärken durch EFT

Alte Denk- und Handlungsmuster loszulassen ist auch Ziel der zweiten Speakerin an diesem Abend. Coachin und EFT-Spezialistin Elena Sommer zeigt den ZuschauerInnen, wie man mithilfe der Klopftechnik EFT seine innere Haltung stärkt, um Verhandlungen souveräner zu meistern.

 

„EFT, also Emotional Freedom Techniques, wende ich regelmäßig bei meinen KundInnen an, die häufig unter Ängsten und Leistungsdruck leiden und diese loslassen möchten“, sagt Elena Sommer. „Die Wirksamkeit der Methode ist in vielen Studien wissenschaftlich bestätigt und sorgt für hervorragende Ergebnisse. Das sogenannte Klopfen, wie EFT umgangssprachlich genannt wird, hilft innerhalb von wenigen Minuten Stress zu minimieren und Ängste aufzulösen, damit man auch in herausfordernden Situationen souverän und innerlich ruhig bleibt.“

„Seit über zehn Jahren klopfe ich sprichwörtlich sämtliche mentalen und emotionalen Steine aus meinem Weg, die das Erreichen meiner privaten und beruflichen Ziele verlangsamen oder gar verhindern wollen.“

Elena Sommer hat sich darauf spezialisiert ihren Kunden zu zeigen, wie sie durch die gezielte Anwendung von EFT, ihre Ziele schneller erreichen, entspannter und erfolgreicher sind.

 

„Die einfache Anwendung durch das leichte Klopfen auf bestimmte Körperpunkte und dem Aussprechen einer emotionalen Belastung, zum Beispiel die Angst vor dem Erfolg, löst im Körper die biochemischen Verbindungen, die zu diesem Glaubens- und Handlungsmuster geführt haben sanft auf und macht den Weg frei für neue zielführende Denkmuster und sorgt somit automatisch für das ersehnte Handlungsmuster“, erkläutert Elena Sommer. Wenn die alten Stressauslöser, die sogenannten Trigger, nicht mehr automatisch anspringen würden, sei ein freies und selbstbestimmtes Handeln und Denken möglich. Das setze nicht nur blockierte Ressourcen frei, sondern ermögliche ein leichteres, erfüllteres und entspannteres Dasein auf vielen Ebenen des Lebens.

 

Auf Elena Sommers YouTube-Kanal „Mit Erfolg klopfen“ kannst du dir die Technik genauer anschauen. Auf der englischsprachigen Webseite eftuniverse.com findest du Studien zur Wirkung von EFT.

 

Paula Landes – Lass deinen „Mental Load“ daheim

Am Ende gibt auch die Moderatorin selbst noch einen Impuls. Sie spricht vom „Mental Load“, den wir alle tagtäglich mit uns herumtragen. Gemeint sind die kleinen Dinge im Haushalt, an die wir täglich denken. Die Alltagsaufgaben, die wir für uns und unsere Liebsten mit organisieren.

Dieses „Für-andere-Mitdenken“ führt dazu, dass uns ständig Dinge im Kopf herumschwirren und unsere Aufnahmefähigkeit verringern. Fatal, wenn man in Gehaltsverhandlungen sitzt und in Gedanken die Einkaufsliste durchgeht oder die nächste Woche durchplant.

Paulas Appell zum Schluss: „Lasst euren Mental Load einfach mal daheim und seid 100 Prozent bei der Sache. Mit den Tipps und Tricks unserer zwei Speakerinnen könnt ihr dann souverän ins nächste Gehaltsgespräch einsteigen.“

 

Habt ihr weitere Tipps & Tricks rund um Gehaltsverhandlungen auf Augenhöhe? Dann teilt sie mit uns!

 

Extra-Tipp der DMW zum Equal Pay Day 2020:

PayGapApp

Mit der kostenlosen „Pay Gap App“ kannst du deine individuelle Gehaltslücke ausrechnen und abschätzen, wie sich die Lücke auf deine gesetzliche Rente auswirken könnte. Sie hilft dir außerdem dabei, eine passende Gehaltsforderung zu generieren. Die App ist ein Non-Profit-Projekt eines interdisziplinären Teams aus den Bereichen Gleichstellung, Mathematik, Webentwicklung, des Recht und Design. Schau doch mal rein und probier‘ sie aus!


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