Resilienz klingt erst einmal nach etwas sehr Persönlichem. Nach innerer Stärke. Nach Ruhe bewahren. Nach der Frage, wie man stabil bleibt, wenn außen vieles wackelt.
Als wir das Thema in der DMW Academy aufgegriffen haben, war aber schnell klar: Ganz so klein lässt es sich nicht fassen.
Ja, es ging um Stress, Grenzen und Selbstführung. Um volle Kalender, zu viele Erwartungen und den Moment, in dem ein Nein eigentlich längst überfällig ist. Aber mit jeder Session wurde der Blick weiter. Resilienz zeigte sich nicht als einzelner Skill, sondern als Thema, das sich durch viele Ebenen zieht: durch unser eigenes Arbeiten, durch Teams und Organisationen, durch den Umgang mit KI und durch die Frage, wie wir füreinander Verantwortung übernehmen. Und vielleicht war genau das die wichtigste Erkenntnis dieses Quartals: Resilienz beginnt bei uns selbst. Aber sie hört dort nicht auf.
Erst einmal bei sich anfangen
Zum Teil wurde es sehr konkret und es ging um Situationen, die viele kennen: noch schnell eine Aufgabe übernehmen, obwohl der eigene Stapel voll ist. Erreichbar bleiben, obwohl längst Feierabend wäre. Durch den Tag springen und am Ende trotzdem das Gefühl haben, kaum etwas wirklich geschafft zu haben.
Die Sessions mit Caroline Koerber haben hier praktische Werkzeuge geliefert. Beim souveränen Nein-Sagen wurde deutlich, wie viel hinter einem scheinbar einfachen Wort steckt. Ein Nein ist nicht automatisch hart oder unkollegial. Es kann klar sein, freundlich und respektvoll. Und manchmal ist es genau das, was gute Zusammenarbeit möglich macht.
Auch beim Thema Dauerstress ging es nicht um Selbstoptimierung, sondern um Selbststeuerung. Warum geraten wir so schnell in den Reaktionsmodus? Was raubt uns Fokus? Und welche kleinen Entscheidungen helfen, wieder mehr Überblick zu gewinnen? Die Antwort war überraschend unspektakulär: nicht alles perfekt machen. Sondern den eigenen Arbeitsalltag ernst nehmen — und dort anfangen, wo wieder Gestaltung möglich ist.
KI, Wandel und die Chance, Arbeit neu zu gestalten
Eine weitere Perspektive brachte Frauke Hinz mit „Resilienz 2.0“ ein: Künstliche Intelligenz als Teil eines Wandels, der längst begonnen hat — und den wir nicht nur aushalten, sondern aktiv mitgestalten können. Denn KI verändert Arbeit nicht irgendwann, sondern jetzt. Aufgaben verschieben sich, Prozesse werden schneller, Erwartungen verändern sich. Das kann entlasten. Es kann aber auch Druck machen.
Spannend war dabei weniger die Frage, welches Tool was kann. Wichtiger war die Frage: Wie bleiben wir selbstwirksam, wenn sich unser Arbeitsumfeld verändert? Resilienz im Umgang mit KI heißt nicht, alles wissen zu müssen. Es bedeutet viel mehr, mit Unsicherheit umgehen zu lernen. Den eigenen Wert nicht nur am Output zu messen. Und bewusst zu entscheiden, wo KI unterstützt — und wo menschliche Erfahrung, Einordnung und Verantwortung wichtig bleiben.
Ein Gedanke bleibt besonders hängen: Nicht jede Aufgabe, die automatisierbar ist, sollte gedankenlos verschwinden. Manches ist Handwerk. Manches ist Übung. Manches hält uns fachlich wach.
Resilienz ist auch eine Teamfrage
Anne Emmelmann öffnete unseren Blick über die individuelle Ebene hinaus. Ihr Fokus lag auf Teams und Organisationen — und damit auf der Frage, was eigentlich passiert, bevor Belastung bei einzelnen Menschen landet.
Denn viele Stressoren entstehen nicht allein im Individuum. Sie entstehen zwischen Menschen: durch unklare Prioritäten, schlechte Abstimmungen, fehlende Entscheidungen oder Erwartungen, die nie offen ausgesprochen werden.
Teamresilienz bedeutet deshalb nicht, dass alle immer stark sind. Es bedeutet, dass ein Team auch in angespannten Phasen im Gespräch bleibt. Dass Überlastung sichtbar werden darf. Dass Verantwortung nicht automatisch bei denen landet, die ohnehin schon viel tragen.
Dieser Blick war wichtig, weil er Resilienz aus der Ecke des stillen Durchhaltens holt. Es geht nicht darum, Menschen immer belastbarer zu machen. Es geht auch darum, Bedingungen so zu gestalten, dass Arbeit tragfähiger wird.
Von Selbstfürsorge zu Fürsorge
Zum Ende des Quartals wurde der Bogen noch einmal größer. Antonia Drews brachte mit der kollektiven Resilienz eine Perspektive ein, die über das einzelne Ich hinausgeht: Wie sorgen wir nicht nur für uns selbst, sondern auch füreinander?
Selbstfürsorge bleibt wichtig. Ohne sie geht es nicht. Aber sie stößt an Grenzen, wenn Belastung vor allem durch Strukturen, Erwartungen oder fehlende Unterstützung entsteht.
Dann reicht es nicht, sich allein besser zu organisieren oder achtsamer zu werden. Dann braucht es Räume, in denen Belastung ausgesprochen werden kann. Teams, die Verantwortung teilen. Organisationen, die Fürsorge nicht als private Nebensache behandeln. Das macht Resilienz anspruchsvoller. Aber auch ehrlicher.
Was bleibt?
Nach diesem Quartal wirkt Resilienz weniger wie ein einzelner Skill und mehr wie ein Verbindungsthema. Es verbindet Selbstführung mit Zusammenarbeit. Digitalisierung mit Orientierung. Grenzen mit Fürsorge. Persönliche Verantwortung mit der Frage, welche Rahmenbedingungen Menschen stärken.
Ein Bild aus Antonias Vortrag fasst diesen Bogen gut zusammen: die Sauerstoffmaske im Flugzeug. Erst setze ich mir selbst die Maske auf, dann helfe ich anderen. Für Resilienz heißt das: Wir müssen bei uns selbst anfangen. Aber wir sollten dort nicht stehen bleiben.
Resilienz heißt nicht, immer souverän zu sein. Es heißt, wieder ins Handeln zu kommen. Allein, gemeinsam und manchmal auch mit der Erkenntnis, dass noch viele Fragen offen sind.
Ein großes Dankeschön geht an unsere ehrenamtlichen Referentinnen Anne, Caroline, Frauke und Antonia, die das Thema mit sehr unterschiedlichen Perspektiven und Gedanken gefüllt haben. Und ein besonderer Dank geht an Kristin Hutans aus unserem Orgateam der DMW Academy, die das Quartal als Themenpatin begleitet, mitgedacht und zusammengehalten hat. Danke an alle, die dabei waren, Fragen gestellt, Erfahrungen geteilt und weitergedacht haben.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Grundlage waren die Inhalte und Materialien der DMW Academy Veranstaltungen sowie ein Abschlussgespräch aus dem Academy-Team. Der Text wurde redaktionell geprüft, eingeordnet und überarbeitet.


