Bye Bye PowerPoint?

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Der diesjährige PreziDay Europe fand am 5. April 2013 in der Bucerius Law School statt. In mehreren Vorträgen sprachen Unternehmen über das Präsentationstool Prezi und nahmen die rund 60 Besucher der Konferenz mit in eine Welt, voll mit gelungenen Präsentationen. Neben Tipps und Tricks zur Nutzung des Tools gab es Best Practice Beispiele und Einblicke ins Storytelling.

Das ist keine Präsentation, das ist eine Aufführung

Eine gute, mit Prezi erstellte Präsentation, erinnert mehr an eine gelungene Inszenierung als an eine Präsentation. Das Tool ist grandios, es wendet sich ab von den linearen Vorgaben sonstiger Präsentationstools (PowerPointLatex BeamerKeynote) und bietet seinen Nutzern eine Leinwand. Genug Platz also für das Big Picture. Zoom- und Perspektivwechsel-Funktionen lassen Details größer werden. Die Resultate ähneln (Stumm-)Filmen, (sofern keine Audioelemente genutzt werden). Einige schöne Beispiele sind hierhier und hier zu finden.

Fotos: Rieka Anscheit

 

Ist das der Anfang der Prezi-Revolution?

Dürfen wir uns freuen? Wir, die geplagt sind, von mit Text und Fakten überschwemmten Präsentationen. Präsentationen die meist nur die Kurzfrom eines Dokumentes sind.

Dürfen wir uns freuen

  • auf ein bisschen Magic während der Jahresabschlusspräsentation?
  • auf eingängige, klar herausgestellte Zusammenhänge, die nachvollziehbar visualisiert sind?
  • auf das Ausbleiben von nervtötenden Foliensprüngen und deplatzierten bullet points?

Nun, ich persönlich wäre entsetzt, sollte ich zukünftig – im Agenturbereich, bei innovativen Internetarbeitern und Unternehmen (-sbereichen), deren Kernkompetenzen der Kommunikation zuzuschreiben sind – nicht mehr Prezentationen sehen.

Begeistern würde mich hingegen Prezis im Konzern-, Banken- und Versicherungskontext. Die Ergebnisse von Wirtschaftsprüfern, Trading Strategien von Bankern und Konzepte zur Vorsorge im Alter, Rundumschutz-Policen und Zusatzversicherungen, die verständlich dargestellt sind und im Gedächtnis bleiben.

Ob sich allerdings zeitnah Enttäuschung oder Begeisterung ausbreitet, liegt letztendlich an Mitarbeitern und Head of’s, Freelancern und Auftraggebern.

Preziday 2013 Hedwyg van Groenendaal. Fotos: Rieka Anscheit

Nicht mal ein Anflug revolutionären Elans?

Für Freelancer und junge Unternehmen dürfte das Umdenken und Handeln nicht besonders aufwendig sein. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass es noch viel Zeit, viele Argumente und viele langweile Power Point Präsentationen dauert, bis Prezi zum Standardrepertoire für Unternehmen und Behörden gehört. Gründe dafür gibt es reichlich: Unzählige, ausredenähnliche Argumente von Mitarbeitern, für die Power Point bereits eine Herausforderung darstellt und die sich ungern von ihrer über Jahrzehnte hinweg einstudierten linearen Faktendarlegung abbringen lassen.

Gewohnheit. Der Feind, von dem ich spreche, heißt Gewohnheit

Und dann sind da noch die Kosten. Warum sollte ein zusätzliches Präsentationstool angeschafft werden? Die Lizenzen für das OfficePakte (das Power Point standardmäßig enthält) sind bereits für Jahre im Voraus bezahlt. Und erst die Einführung des Tools? Was würde die Schulung der gewillten und (nicht-gewillten) Mitarbeiter für Aufwände mit sich bringen?

Zum Glück bleibt noch das Thema Sicherheit. Interne Unternehmensdaten, sind schließlich nicht für fremde Server bestimmt. Aber hier wendet sich das Blatt, denn dafür bietet Prezi hier eine Lösung. Selbst zum Thema Corporate Identity gibt es Antworten.

Scheint als gäbe es ein Patt. Ein Patt zwischen inaktiver Begeisterungsfähigkeit für neue und sinnstiftende Tools sowie einer scheinbaren Diskrepanz zwischen Aufwand und Ertrag auf der einen Seite. Auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit, die nachhaltige Vermittlung von komplexen Zusammenhängen voranzutreiben und von der sturen Form meist unbeeindruckender PowerPoint-Folien Abstand zu gewinnen. Eine Chance, die eine Prise guten Willen erfodert.

Zum Schluss bleibt mir noch, mich für die inspirierende Konferenz und die perfekte Organisation zu bedanken. Ein <3 Dankeschön auch an die DMW, die mich überhaupt erst auf die Konferenz aufmerksam gemacht haben.

Susanne nimmt in Projekten die Aufgabe einer Kommunikationsschnittstelle zwischen Management, Fachseite und IT ein, konzipiert Prozesse im Bereich Einkauf und Vertragsmanagement und übernimmt gern den Projektmanagement-Part wenn es um Business Intelligence geht. Als Mit-Initiatorin von POW_ entwickelt sie innovative Events zum Themenspektrum „Wandel von Gesellschaft, Wirtschaft und Technologie“


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