"In 54 Stunden ein Start-up gründen!"

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Dieser Teaser hörte sich für mich so verrückt an, da musste ich hin. Zufälligerweise hat eine Freundin von mir schon seit längerer Zeit eine Idee, die sie gerne verwirklichen möchte. Als ich ihr von dem Startup Weekend Hamburg (#swHH14) erzählt habe, war sie sofort begeistert und bereit am 4. Juli mit nach Hamburg zu fahren.

Der Pitch

Foto: Robin Himmels

(Foto: Robin Himmels)

Vor dem Antritt war es wichtig (und vor allem wenn man seine eigene Idee pitchen wollte), sich ein wenig darauf vorzubereiten. Auch wenn wir es vor lauter Aufregung nicht geschafft haben, unsere Idee innerhalb einer Minute komplett vorzustellen, konnten wir dennoch das Publikum überzeugen. Insgesamt hatten es 13 aus 30 vorgestellten Ideen in die nächste Runde geschafft. Dass unsere Idee ausgewählt wurde, hat unser Selbstbewusstsein erstmal kräftig gestärkt. Immerhin waren wir unter den vielen Männern nur drei Frauen (drei Ideen von Frauen), die sich der Publikumsjury gestellt haben. Eigentlich haben wir auch nichts anderes erwartet, leider. Ist es doch allgemein bekannt und auf vielen Infografiken mit einprägenden Zahlen belegt, dass Männer immer noch und vor allem in der Tech-Branche einen Großteil der Gründer ausmachen. Mit einem Blick in das #swHH14 Publikum haben uns aber Gott sei Dank auch einige Frauenblicke angeschaut, nur leider sind sie uns nicht auf der Bühne begegnet.

Das Team

v.l.n.r. Lars Scherenberger, Antonia Hobden, Benjamin Riechers, Katja Manger, Jennifer Meister, Matthias Wieh Foto: Robin Himmels

v.l.n.r. Lars Scherenberger, Antonia Hobden, Benjamin Riechers, Katja Manger, Jennifer Meister, Matthias Wieh (Foto: Robin Himmels)

Als klar war, dass wir mit unserer Idee weiter sind, mussten wir nochmal alle Kräfte am schon sehr späten Fußball-Freitag zusammennehmen und ein Team finden. Das war jedoch einfacher als gedacht. Keine halbe Stunde später war unser Team komplett und bestand aus zwei Entwicklern und einem BWLer aus Hamburg sowie zwei Frauen aus dem Bereich Accounting. Mit unseren Kenntnissen in Projektmanagement und Marketing durchaus eine gelungene Mischung. Jetzt hieß es, sich kennenlernen, Ressourcen abstecken und einen funktionierenden Plan für das bevorstehende Wochenende aufstellen. Die Organisatoren der #swHH14 waren immer ganz nah an den Teams und haben mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Zudem gab es einen Leitfaden, an dem man sich gut orientieren konnte, um die nächsten beiden Tage so effizient wie möglich planen zu können. Das Hauptziel des #swHH14 war, ein Produkt zu entwickeln, das schon über die Grundfunktionen verfügt und im besten Fall optisch was hermacht. Eine ambitionierte Herausforderung, aber dafür sind die Teilnehmer ja auch gekommen. Schließlich möchte man das Beste aus dem Wochenende herausholen und vor der Jury bestehen. Als wir nun die Teams gebildet und Aufgaben verteilt hatten, ging es dann erst mal für ein paar Stunden ins Bett.

Das Mentoren-Training

Am nächsten Tag ging es mit Frühstück und Kaffee vom #swHH14 gestärkt ohne groß Zeit zu verlieren, wieder an die Arbeit. In den Teams wurden unaufhörlich programmiert, Strategien erstellt, Designs entwickelt, Umfragen durchgeführt und gebrainstormt. Jedes der Teams konnte sich im Betahaus Hamburg entweder einen Raum nehmen oder an einem der Tische in den Großraumbüros arbeiten. Zwischendurch wurde man mit Kaffee von Shams Coffee versorgt oder konnte sich am reichhaltigen Getränkevorrat bedienen. Ein absolutes Highlight an dem Samstag waren die Mentoren und Coaches. Jedes Team bekam einen Slot in dem bis zu vier Mentoren befragt werden konnten. So zum Beispiel haben wir uns nach der allgemeinen Vorstellungsrunde der Mentoren gleich Dr. Raoul Dittmar geschnappt, der uns in rechtlichen Dingen beraten sollte. Tolles Feedback haben wir auch von Sonja Christine bekommen, die einige ihrer persönlichen Erfahrungen im Bereich Entrepreneurship mit uns geteilt und schon mal ein kritisches Auge auf unsere bis dahin gestaltete Webseite geworfen hat. Alles in allem eine super Initiative, um erstes Feedback von Außenstehenden zu erhalten.

Die Community Power

Unser persönliches Highlight hatte jedoch mit der starken Community der Digital Media Women zu tun. Da wir zwar insgeheim hofften, aber nicht hundertprozentig wussten, ob unsere Idee überhaupt Abnehmer in der „realen“ Welt findet, hatten wir innerhalb einer halben Stunde eine Umfrage erstellt. Zugegebenermaßen nicht ganz wissenschaftlich aufgearbeitet, aber für die Kürze der Zeit wussten wir, dass die wichtigsten Fragen beantwortet werden würden. Allerdings standen wir jetzt vor einem noch größeren Problem. Wie können wir eine relevante Anzahl an Teilnehmern erreichen, die an einem Wochenende bei fast 30 Grad vor dem Computer sitzen? Zum Glück gibt es die internetaffinen Digital Media Women auf Facebook, mit über 1.000 Mitgliedern.

Facebook Thread

Facebook Thread

Als Ziel setzten wir uns 100 Rückmeldungen innerhalb von 2 Stunden. Nun gut, das Ziel haben wir nicht ganz erreicht, aber nichtsdestotrotz konnten wir bis Sonntagmittag tatsächlich über 90 Rückmeldungen zählen. Was so ein starkes Netzwerk nicht alles ausmacht… Als der Sonntag dann auch den Samstag ablöste, hatten wir eine klare Produktidee inklusive Potentialschätzung, ein Businessmodell, einen USP, einen ersten Entwurf der Webseite und auch schon einige von unseren Entwicklern programmierte Features der Webseite. Noch ganz aufgedreht von den Geschehnissen des Tages ging es dann aber schließlich schlafen. Immerhin mussten wir fit sein, um am nächsten Tag vor der Jury zu bestehen.

Der große Auftritt

Foto: Robin Himmels

(Foto: Robin Himmels)

Wie vorhersehbar, war die Nacht kurz, aber die Motivation groß. Ziel des Tages war es, eine überzeugende Präsentation für die Jury zu erstellen und, da alles auf Englisch präsentiert werden musste, zu trainieren. Auch hier haben wir gesehen, dass unser Team wunderbar zusammen arbeiten konnte. Jedes unserer sechs Teammitglieder hat sich um einen Themenbereich gekümmert, während unsere Entwickler fleißig weiter an der Webseite gebaut haben. Nachdem eine erste Version der Präsentation fertig war, konnten wir vom Orga-Team der #swHH14 ein erstes kritisches Urteil einholen. Um Punkt 17 Uhr war es dann soweit: Alle Teams mussten innerhalb von fünf Minuten die Jury von ihrer Idee überzeugen. In der Jury saßen neben Sponsoren wie XING auch „echte“ Investoren und Unternehmensgründer aus Hamburg. Aber auch hier war unter den fünf Jurymitgliedern nur eine Frau zu finden. Insgesamt wurden vier Präsentationen bzw. Ideen ausgezeichnet. Als Gewinneridee wurde schließlich, und meines Erachtens auch absolut verdient, Stickerabo.de ausgezeichnet.

Gut für den nötigen Kick

Zusammenfassend kann ich sagen, dass das #swHH14 eine super Gelegenheit ist, wenn man schon seit längerer Zeit eine Idee hat, jedoch noch den nötigen Kick braucht. Sehr hilfreich ist das swHH auch, wenn man noch nach motivierten Teammitgliedern sucht. Auch wenn nur einer gewinnen kann, so geht man doch mit vielen hilfreichen Erfahrungen und unbezahlbaren Kontakten nach einem anstrengenden Wochenende nach Hause.

Weitere interessante Berichte zum #swHH14 findet ihr hier:

Deutsche-Startups.de: Das Startup Weekend in Hamburg war gar nicht cool

VentureTV.de: Das Startup Weekend Hamburg Special mit drei Videos

Nextmedia-Hamburg.de: Startup Weekend Hamburg im Interview mit Sina Gritzuhn

Fotografdracula.de: Startup weekend write-up


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